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 Vorahnung und Erwartung

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Spitzname : Administrator

BeitragThema: Vorahnung und Erwartung   Mi Nov 04, 2009 7:14 pm

Los Angeles, die Stadt der Engel. Eine Stadt, die niemals schläft. Eine Stadt voller Leben, Komödien, Tragödien und voller Liebe und Hass.
Diese Stadt wurde Zeuge einer Revolution. Einer Revolution der Mutanten. Anschläge, Attentate, Morde, allesamt verübt im Namen der Mutanten. Die Radikalen, wie sie sich nennen, kennen keine Grenzen. Eine große Welle ging durch die Bevölkerung, eine Suche setzte ein.
Menschen suchten Mutanten, um diese festzuhalten, zu ermorden, zu foltern.
Mutanten suchten ihresgleichen. Die Radikalen suchten nach den Schützern, um sie von der Mutantenpower zu überzeugen. Schützer suchten Radikale, um sie zu bekehren. Auch unter den Gruppen wurde sich rege verständigt.

An diesem speziellen Samstagmorgen im März suchten sie vor allem einen bestimmten Ort auf. Ein Gebäude in der 53ten Straße. Ein einfaches Bürohaus sollte das Ziel der Radikalen sein. Irgendwie war diese Information auch den Schützern in die Hände gefallen.
Ohne es zu wissen, liefen die Menschen an Mutanten vorbei, ohne, dass sie es wussten, tummelten sich sowohl Radikale als auch Schützer an diesem Ort und warteten darauf, dass etwas passierte.
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Misha

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Spitzname : Shadow

BeitragThema: Re: Vorahnung und Erwartung   Mi Nov 04, 2009 8:44 pm



Locker lehnte der übergrosse, komplett in Schwarz gekleidete mann im Schatten eines Gebäudes auf der entgegengesetzten Strassenseite in einer kleinen Seitengasse, und versuchte, alle Richtungen, den Eingang des Bürogebäudes und die Menschen drum herum in Auge zu behalten.
Er konnte in seiner Nähe niemanden entdecken, den er von woanders her kannte.
Naja, da war die Tänzerin aus dem Club, wo er mal gewesen war. Aber er vermutete nicht, dass ausgerechnet dass eine Mutantin sein würde. Dazu sah sie viel zu harmlos aus.
Er konzentrierte sich. Schliesslich wollte er nicht gesehen werden. Als ein Mensch (wahrscheinlich ) gegen ihn stiess, wusste er dass es wieder einmal geklappt hatte. Solange er sich nicht aus dem Schatten bewegte, etwas sagte, oder seine Konzentration auf etwas anderes richtete würde man ihn nicht entdecken.
Er richtete sich ein wenig auf, sah sich noch einmal um und rutschte dann ein wenig tiefer in die Gasse hinein, zog sein Telefon hervor und schaltete es ab. Er konnte jetzt keine Aufträge gebrauchen. Er seufzte, und liess sich so auf den Boden sinken, dass er zumindest noch den Eingang beobachten, und die allgemeine Lage überblicken konnte.

Bei Misha ist niemand, zumindest niemand den er kennen würde... d.h. er ist allein, in einer gasse, und auf der anderen Strassenseite.
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Darja

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Spitzname : Moonshine

BeitragThema: Re: Vorahnung und Erwartung   Do Nov 05, 2009 1:05 pm



Eigentlich hatte sie ja gar nicht herkommen wollen.
Eigentlich hatte sie zu Hause bleiben und abwarten wollen.
Eigentlich war das hier schon viel zu heikel für ihren Geschmack.
Und trotzdem stand Darja nun hier an eine Hauswand gelehnt und betrachtete das Gebäude, das etwa 20 m weiter die Straße hinunter stand. Menschen hasteten an ihr vorbei mit Aktentaschen in den Händen und beachteten sie nicht einmal. Auf der Straße stauten sich die Autos und allmählich begann ein Hupkonzert, da jeder hier pünktlich zu Arbeit wollte. Natürlich hatte keiner dieser Autofahrer absehen können, dass, wie jeden morgen, eine Menge Menschen mit dem Auto zur Arbeit fahren würden und natürlich würde keiner von ihnen auch nur im Entferntesten daran denken ein anderes Fortbewegungsmittel zu benutzen um zu seinem Ziel zu gelangen.
Darja seufzte leise. Sie mochte dieses morgendliche Verkehrschaos nicht, ein Grund warum sie meistens zu Fuß lief. Gerne wäre sie auch mal mit den U-Bahnen gefahren, aber unsichtbar inmitten eines vollen Abteils zu stehen, stellte sie sich nicht als sonderlich angenehm vor.
Sie richtete ihre Aufmerksamkeit wieder auf das Bürogebäude. Menschen mit Taschen liefen hinein. An der Tür stand ein Wachmann. Nichts Besonderes. Die standen hier ja praktisch vor jedem Gebäude.
Es war ja nicht so, dass sie hoffte irgendwas zu entdecken. Nein dazu war sie nicht hier. Sie würde eh nicht helfen können.
Sie war nur gekommen, weil sie neugierig war. Viel zu neugierig wahrscheinlich. Es dürfte hier wohl nur so von Mutanten wimmeln und noch schlimmer war, dass wohl eine Menge Radikale hier seien würden. Ohja das würde hier lustig werden.
Sie seufzte noch einmal und hockte sich dann einfach auf den Boden, weil sie es Leid war im Stehen darauf zu warten, dass irgendwas geschah.

(An diesem Bürogebäude da/ Alleine)
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Caleb

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Spitzname : Reaper

BeitragThema: Re: Vorahnung und Erwartung   Sa Nov 07, 2009 7:41 pm

Früher Morgen. Viel zu früh. Die ganzen Menschen waren gerade erst aufgestanden und eilten nun zu ihren Arbeitsplätzen. Geschniegelt, gebürstet und auf Hochglanz poliert, sie alle. Zwischendurch mal einer, der heraus fiel. Jeder von ihnen war eine geschäftige Biene. Summend und brummend versuchten sie, ihre Aufgabe zu erfüllen, den Zweck ihres Daseins. Wenn sie es nicht taten - was blieb ihnen dann? Die Arbeit eines Menschen war so wichtig. Wer nicht arbeitete, der galt als faul. Und wer als faul galt, der war unten durch. Wie alle Homosexuellen, Ausländer oder Asozialen auch. Warum sie sich überhaupt noch bemühten, war ein großes Rätsel. Also lieber arbeiten, ackern, schuften bis einem die Füße bluteten und man Antidepressiva nehmen musste, damit man weiter arbeiten konnte. Sich kaputt machen. Sich den Rasch aufreißen dafür, dass der Boss einen trotzdem nicht zur Weihnachtsfeier einlud, die nette Kollegin immer noch nicht mit einem ausgehen wollte und die eigene Sekretärin hinter dem Rücken Hassparolen gegen einen aussprach.
Das war dann das so genannte Leben. Das Leben auf der Arbeit. Zuhause ging derselbe Mist von vorne los. Eine Familie, die immer mehr auseinander brach. Eine Frau, die sich beim Sex einen anderen Mann vorstellte, einen Sohn, der nicht wusste, ob er seinen Sportlehrer attraktiv fand oder einfach nur krank war. Eine Tochter, die sich heimlich mit Drogen voll pumpte. Die Eltern, die einen schon vor langer Zeit sitzen gelassen hatten. Die Nachbarn, die im eigenen Privatleben herumschnüffelten, den Müll durchwühlten. Heimlich die Post durchsuchten. Wenn sie nicht sogar offen Krieg führten. Hier etwas ausleihen und nicht wiederbringen, da den eigenen Müll in des Feindes Tonne drücken.
Und das war es dann? Das war das große Leben der Menschen? Das, wofür sie Tag für Tag aus ihren Löchern krochen? Nun gut, wer an einen Gott glaubte, der stand auch für diese Scheiße auf. Wer an jemanden glaubte, in dessen Namen Mord und Todschlag um die Welt gezogen waren, der musste ein wahrer Masochist sein und für eine Folter jeden Tag aufstehen. Für die seelische Verstümmelung. Für den Kick der Qual. Für die Sucht nach Schmerzen, die Sucht nach Ignoranz, nach Abweisung.
Das hatten sie gemeinsam. Das war es, was sie irgendwie gleich machte.
Nicht ganz. Nur ein wenig.
Mit den unterschiedlichen Augen betrachtete er die Welt. Auf der einen Seite war sie grau in grau, schwarz und weiß mischten sich zu einem Brei. Keine Farben. Aber auch kein Licht und keine Dunkelheit, die Sicht war immer gleich. Auf der anderen Seite erst enthüllte die Welt ihr tristes Antlitz: grelle Lichter, hässliche Menschen, Reize, die es nicht geben sollte. Zu viel auf einmal. Zu viele Eindrücke.
Er blendete die meisten aus. Oft konzentrierte er sich nur auf eine Sache, fokussierte etwas. Im Augenblick betrachtete er aus dem Schatten seiner Kapuze heraus, ein riesiges Bürogebäude. Er wollte dort sein, wenn etwas geschah. Die Menschen waren gerade aufgestanden, er hatte sich noch gar nicht zur Ruhe gebettet. Wozu auch. Sein Körper machte mir, das reichte ihm. Sein Körper… Ein Kunstwerk. Er wusste über die vielen Narben bescheid, immerhin waren sie sein Werk.
Der Körper die Leinwand, die Seele der Pinsel. Nur in einem kranken Geist entstanden kranke Ideen. Wenn sie überhaupt entstanden. Im Moment sah es nicht danach aus. Recht gelangweilt wirkte er. Mit verschränkten Armen stand er da, lehnte mit dem Rücken an einer Hauswand. Ein schwarzer Fleck vor dem roten Putz. Ein schwarzer Fleck in einer dunklen Welt.

Die Lippen verzogen sich zu einem schmalen Strich. Er konnte die anderen beinahe wittern. Seine Nase war fein, seine Sinne waren besser als die der Menschen, auch wenn sein Augenlicht nicht das war, was die meisten Menschen kannten. Menschen… Die kleinen Wesen. Klein, nicht von der Körpergröße, gab es doch durchaus welche, die ihn überragten. Klein, was den Geist anging. Sie verachteten selbst ihre eigene Rasse. Erst waren es die Juden, dann die Farbigen und jetzt waren es all jene, die anders waren. Mutanten.
Nicht, dass er wie sie sein wollte. Allein der Gedanke, bewirkte in ihm den Brechreiz. Er war nicht wie sie! Er war wie niemand. Zum Glück. Er war nicht wie seine Familie. Nicht wie seine Schwester. Nicht wie die anderen Mutanten. Mit Sicherheit gab es noch einen, der den Tod der Menschen sehen konnte. Aber niemand hatte seine Mentalität. Niemand hatte seinen Geist.
Er war… einzigartig.
Sollte man darauf stolz sein? Er empfand keinen Stolz. Wenn er etwas empfand, dann war es Vorfreude. Was würden sie tun? Das Gebäude in die Luft sprengen? Einen Amokläufer schicken? Ein Schauer rann seinen Rücken hinunter bei der Vorstellung. Es würde nach Angst riechen. Nach Panik stinken, die Menschen würden schreien, wie Tiere wild durcheinander rennen. Sie waren die Tiere. Die Opferlämmer, die Schäfchen.
Dann gab es da noch die Jäger. Ein oder zwei konnte er ausmachen, ein oder zwei hatte er schon mal gesehen. Das war das Gute. Sie sahen nie sein Gesicht, da es ganz im Schatten der schwarzen Kapuze des Pullovers lag. Aber er konnte sie sehen. Er merkte sich die Bewegungen, er prägte sich die Gerüche ein. Und dann, an Tagen wie diesen, erkannte er sie. Das war ein wahrer Vorteil. Wer interessierte denn nicht, wer auf seiner Seite stand?
Er ließ den Blick schweifen. Sie waren wirklich wie Felsen in der Brandung. An ihnen rann das Leben vorbei. An ihnen liefen die Menschen vorbei. Da waren Radikale. Und dann waren da noch die anderen. Die Kuschelmutanten. Die Kleinen, die unbedingt weiter am Daumen nuckeln wollten und sich nicht der Realität hingeben wollten.
Die Realität war: es herrschte Krieg.
Jeder war auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Jeder war dort, wo er eben sein wollte. Er selbst stand bei den Radikalen. Welche Ausrede käme ihm denn gelegener? Er durfte das machen, was ihm am meisten Freude bereitete. Er durfte Menschen foltern. Frauen quälen. Er durfte das Scheusal sein, nach dem er aussah. Seiner Narbe alle Ehre machen.
Wenige hatten sein Gesicht gesehen. Noch weniger hatten es vergessen. Er grinste ungesehen. Er war eben einprägsam. Deswegen die Kapuze. Wollte er von den ganzen Menschen angestarrt werden? Nein. Er hasste sie. Es waren jedoch nicht die Männer, die ihn wirklich auf die Palme brachten. Es waren die anderen, die Frauen. Kleine Flittchen, alle miteinander. Sie starrten, sie erstarrten und dann begannen sie zu tuscheln. Brauchte man so etwas unnützes? Nein. Das brauchte man nicht.
Besonders nicht, wenn man wartete. Er löste seine Arme und fuhr mit den Händen in die Hosentaschen der schwarzen Jeans. Kurz benetzte er die Lippen mit der Zunge, dann rückte er sich zurecht, machte es sich an der Wand bequemer und fokussierte mit dem einen schwarzen und dem anderen grünen Auge wieder das Gebäude.
Warten bis zum großen Feuerwerk. Der Countdown lief.
Ein leises, heiseres Lachen drang aus den Schatten der Kapuze.

Tick tack, der Sand der Lebensuhr verrinnt…


(Vor dem Bürogebäude || lehnt allein an einer Hauswand)
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Seth

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Spitzname : Lightning

BeitragThema: Re: Vorahnung und Erwartung   Sa Nov 07, 2009 10:03 pm

Kind. Als Kind kann man nichts. Als Kind ist man Hilflos. Einer Welt ausgeliefert, in die man nicht gehört. Die Eltern sind dazu da, um für einen zu Sorgen, und einen zu schützen, so lange sie das können. Bis das Kind in der Lage ist, für sich selbst zu sorgen. Bei Menschenkindern dauert das eine Zeit lang. Viel Zeit.
Doch manch eines wird dazu gezwungen, schneller erwachsen zu werden, als seine gleichaltrigen Artgenossen. Kinder, deren Eltern sich nicht um sie kümmern können. Oder wollen. Mutantenkinder. Meistens. Oft. Kinder, deren Eltern nicht sehen wollen, dass Mutanten nicht böse sind.
Irische Winter sind hart. Kalt und nass. Nicht einmal Schnee fällt ordentlich. Nichts für ein Kind. Dennoch hockte der kleine junge zusammengekauert in einer Gasse, bibberte und frohr. Abgemagert war er, blass. Schmutzige Haare hingen ihm ins Gesicht. Seine einzige Wärmequelle war ein Hund, zottig und beinahe so groß wie der Junge selbst, hockte bei ihm. Die beiden wärmten sich gegenseitig. Wind fohr ihm durchs Haar. Alles würde er tun, um ein Dach über den Kopf zu bekommen. ALLES! Ein Schatten tauchte vor ihm auf. Eine Person, gekleidet in Regenfeste Sachen. Ängstlich Blickte der Junge auf. Der Hund begann zu knurren.
Die fremde Gestalt beugte sich hinunter, giff nach dem Jungen, zog ihn hoch...

„NEIN!“

Seth schlug die Augen auf. Er hockte im Bett, der Brustkorb hob und senkte sich schnell. Sein Körper war von Schweiß bedeckt. Er hatte geträumt. Nur geträumt. Das war alles. Ein dummer Traum. Vergangenheit. Sie war vorüber. Vorbei. Für Immer. Er würde nichts mehr an ihr ändern können.
Seth legte sich zurück in die Kissen und drehte den Kopf. Amara. Dort lag sie, direkt neben ihm in die Decke gekuschelt. Anscheinend hatte sie seinen Schrei nicht gehört. Zum Glück. Er wollte sie nicht wecken. Vorsichtig hob er eine Hand und strich ihr über das hübsche Gesicht.
Wer hätte gedacht, dass er ihr so nahe sein würde, nachdem sie sich das erste mal gesehen hatten? Sie hatte ihr loses Mundwerk damals wunderbar zur Geltung gebracht. Und nun lagen sie beide hier, in der eigenen Wohnung. Und Seth strich ihr eine der bunten Haarsträhnen aus dem Gesicht. Beobachtete, wie sie dort lag und friedlich schlief.
Wie spät mochte es sein? Er hob ein wenig den Kopf, um an ihr vorbei zum Wecker zu spähen. Und verzog das Gesicht. Viel zu früh. Viel, viel, viel zu früh. Gestern Abend war er erst spät von der Arbeit gekommen, und hatte sich ins Bett gelegt. Eigentlich hatte er vor gehabt, lange zu schlafen. So lange wie möglich. Und nun war er aufgewacht. Wegen eines dummen Traumes!
Seth lies sich zurück in die Kissen sinken, einen Arm um Amara gelegt.
Ein Alptraum. Er musste aufgrund der Absurdität dieser Situation grinsen. Der einzige Alptraum in dieser Stadt lag direkt neben ihm. Und das war sein Alptraum. Sein ganz persönlicher. Und das war nicht einmal böse gemeint. Seth liebte diese Frau. Von ganzem Herzen. Er würde für sie alles gegeben, ebenso wie er damals in den Straßen seiner Heimatstadt alles für ein Dach über den Kopf und eine Mahlzeit gegeben hatte.
Sein Handy fiepte leise. Verärgert drehte er sich um. Wer wollte denn um diese Uhrzeit etwas von ihm? Seth angelte sich das Gerät von seinem Nachttisch und machte das Klingeln aus. Musste ja nicht sein, dass Amara nun doch geweckt wurde.
Eine SMS.

Radikale. Bürogebäude an der 53ten. Hilfe benötigt. Kommt vorbei.

Nicht einmal an seinem freiem Wochenende hatte man frei. Seth fluchte leise, legte sein Handy wieder zur Seite und kroch aus dem Bett. Wie jeden Morgen brachten ihn seine Füße erst einmal quer über den Flur in die Küche, wo er sich eine Kanne Kaffee aufsetzte. Während das Getränk durch den Filter tröpfelte ging er ins Bad, machte sich dort halbwegs fertig, ging zurück in die Küche, nahm seinen Kaffee und trank erst einmal ein paar Schlucke. Ah.
Wach werden war immer so eine Sache.
Er schlief gerne. Verdammt gerne. Doch aufgrund seiner Arbeit war sein heiß geliebter Schlaf nicht oft gegeben. Nicht oft genug zumindest. Und nicht lange genug. Kaffee hielt wach. So hatte dieses Getränk es im Laufe der Jahre geschafft, zu seiner Droge zu werden.
Nachdem er die erste Tasse getrunken hatte, wanderte er zurück ins Schlafzimmer, wo er sich zu Amara ans Bett hockte und ihr einen Kuss auf die Lippen drückte.

„Aufstehen Madame. Genug geschlafen.“



(In seiner Wohnung - weckt Amara auf)
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Steven

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BeitragThema: Re: Vorahnung und Erwartung   Mi Nov 11, 2009 6:08 pm

Endlich Wochenende... Samstagmorgen…Das einzige Geräusch, das die Stille in der hellen geräumigen Wohnung durchbrach, war das gleichmäßige Tropfen des Wasserhahns. Er war schon seit Tagen undicht, aber Steven hatte bisher keine Zeit gefunden, jemanden danach sehen zu lassen.
Steven saß nachdenklich auf dem Bett. Ihm war nach absolut überhaupt nichts zu Mute, nicht mal nach seinen sonst so geliebten Science-Fiction-Filmen. Er erinnerte sich noch an den ersten Tag in dieser Stadt. Er war gerade umgezogen, um seine Arbeit als Psychologe in der Schule hier anzutreten. Steven stand auf und öffnete das Fenster. Er atmete die Stadtluft ein und fühlte sich plötzlich so viel besser.
Dann setzte sich an den Küchentisch. Den Blick immer noch nach draußen gerichtet schenkte er sich Kaffee ein und bemerkte nicht, dass dieser nicht in seine Tasse, sondern in den Toaster lief. "Shit!" entfuhr es ihm, als das heiße Gebräu auf seine Pyjamahose lief. Hastig begann Steven seine Hose zu trocknen und nebenbei den restlichen Toast-Kaffee aufzuwischen. Geschafft. Was für ein Tagesbeginn..
Steven zog sich um. Plötzlich vibrierte sein Handy. Eine SMS…

Radikale. Bürogebäude an der 53ten. Hilfe benötigt. Kommt vorbei.

Die Anweisung war zwar knapp, aber präzise. Steven schnappte sich sofort seine Jacke. Er machte sich direkt auf den Weg. Bei diesen Radikalen wusste man nie so genau, was einen erwarten würde. Er musste also auf alles gefasst sein.


(Auf dem Weg zum Bürogebäude / alleine)
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Amara

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BeitragThema: Re: Vorahnung und Erwartung   Mi Nov 11, 2009 9:23 pm

Warm. Weich. Wie Seide um ihrer Haut, wie ein warmer Platz, den man nie wieder verlassen wollte. Geborgenheit. Sicherheit und Entspannung. Der Ort, an dem man sich wirklich zuhause fühlte. Der Ort, der einen nach einem harten Tag mit offenen Armen empfing, einen in einen tiefen Schlummer zog. In den man sich auch wieder legen konnte, wenn man schlimme Träume hatte. Man ließ sich zurück sinken und genoss einfach die Wärme. Ein schweißnasses Laken würde trocknen. Ein zerwühltes Kissen konnte man aufschütteln, die zerknauschte Decke ebenfalls. Es gab nichts, das man nicht beheben konnte an diesem Ort der Zuflucht. Nicht, was an diesem Platz schlecht sein sollte. Er war da. Er wartete. Er rief nach einem, wenn die Müdigkeit mit harten Klauen an einem zog. Man konnte sich ziehen lassen und sich fallen lassen, die Kontrolle abgeben.
Die Träume waren ein weiterer Bonus. Wer träumte nicht gerne? Abgesehen von denen, die einen erschrecken ließen, war es doch wunderbar, in eine andere Welt zu tauchen. Jedes Mal in eine neue Realität. In etwas, das man noch nicht kannte. Vielleicht war es dort besser. Vielleicht zeigte es einem aber auch, dass das eigene Leben gar nicht so schlecht war, wie man vielleicht annahm. Man konnte nie wissen, wohin die Engelsschwingen einen tragen würde, was man erlebte, wenn man die Augen schloss und sich dem Schlaf hingab, der Wiege folgte.
Wohin dieses Mal? Wohin trug es sie dieses Mal?
Dieses Mal trug es sie an einen wunderbaren Ort. Grünes Gras, bunte Blumen in allen Formen und Farben. Ein sanfter Wind, der ihr das Haar und das weiße Kleid zerzauste. Eine strahlende Sonne am Himmel. Der Duft nach gefallenem Regen in der Nase, das Zwitschern tausender Vögel in den Ohren. Niemand sonst da. Kein Mensch, kein Mutant. Niemand war da um die Idylle zu zerstören. Eine perfekte Welt. Ein Ort, der einen seufzen ließ, der einen sich wünschen ließ, er wäre real. War er das? Nein, es war nur ein Trugbild, sie wusste das, selbst, wenn sie an diesem Punkt stand und über die unendlichen Hügel und Täler schaute. Sie wusste, sie würde umkehren müssen, irgendwann, und würde das hier verlassen müssen.
Wehmütig.
Auf ihren Lippen spürte sie etwas, hob im Traum die Fingerspitzen und berührte das weiche Fleisch. Kühl, warm, gleichzeitig. Sie hörte ein Flüstern, eine Stimme, die ihr Herz schneller schlagen ließ. Eine warme, weiche Stimme, die ihr alles versprach, was sie jemals wollte. Die ihr alles gab, was sie brauchte.
Die Stimme der Liebe. Ein Engel?

Amara schlug die Augen auf, blinzelte. Eine verschwommene Gestalt tauchte in ihrem Sichtfeld auf. Dunkle Haare, dunkle Augen. Ein vertrautes Gesicht. Der Engel, dem die Stimme gehörte. Ihre Lippen verzogen sich zu einem weichen Lächeln. Madame. Er nannte sie so, dabei war sie es nicht. Sie war keine Madame.

Schon?

Langsam drehte sie den Kopf, schielte zum Wecker.
Mit einem Ruck war sie in der Senkrechten, die Augen wütend aufgerissen. Die Zahlen konnten nicht real sein. Sie musste träumen. Das konnte doch nicht wahr sein? Wollte er sie verarschen?

Hast du sie noch alle, du Scheißkerl? Um diese Zeit aufstehen? Gott, ich hasse dich!

Mit aller Kraft schleuderte sie ihr Kissen in seine Richtung, fuhr aus dem Bett heraus und stapfte zum Schrank. Die Türen aufgerissen, irgendwas gegriffen und ab ins Bad. Hier die Tür ganz laut knallen lassen, damit er ja wusste, wie sie drauf war. In dieser unchristlichen Frühe geweckt zu werden…
Ein Blick in den Spiegel sagte ihr, dass sie aussah, wie sie sich fühlte. Das bunte Haar war ein einziges Vogelnest. Fluchend und murrend zog sie die Haarbürste mehrmals hindurch. Sie putzte sich die Zähne, wusch sich. Katzenwäsche, mehr hatte heute keiner verdient. Dann schlüpfte sie aus ihrer Boxershorts, die sie zum schlafen trug, und dem übergroßen T-Shirt. Unterwäsche, Jeans und T-Shirt an, dann begann sie, sich ein wenig zu schminken.
Nach dem, ein wenig lästigem, Ritual, verließ sie das Bad und ging ohne ein Wort zu sagen in die Küche. Wenigstens hatte er Kaffee gekocht.

Was zum Teufel ist deine Ausrede? Sie sollte besser verdammt gut sein, oder ich schnippel dir etwas ab, was wir beide nicht brauchen.

Sie goss sich einen Kaffee ein und kippte dann ein paar Cornflakes in eine Schüssel. Milch dazu und auf die Anrichte gesetzte, die Beine baumeln lassen. Mit finsterem Gesichtsausdruck mümmelte sie ihre Cornflakes. Trank ihren Kaffee. Und war sich ganz sicher, dass der Tag grauenvoll werden würde!


(In der Küche und isst Cornflakes // würde Seth gern töten)
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Envy

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Spitzname : Envy

BeitragThema: Re: Vorahnung und Erwartung   Do Nov 12, 2009 11:09 am

Wie lange war er schon wach? 8…9? Er konnte sich kaum noch erinnern. Wie war Schlaf noch einmal? Er hatte es vergessen. Der Schlaf war nur eine verblassende Erinnerung in dem Chaos seines Kopfes. Sein letzter Schlaf war von Alpträumen geschüttelt gewesen. 7. Das war die Zahl, nach der er gesucht hatte. Sieben Jahre. Ohne Schlaf. Aber was machte das schon in einer Stadt, die niemals schlief? Nichts, als ein Tropfen auf dem heißen Stein.
Es war seltsam, wie gut er sich noch an alles erinnern konnte. An jedes noch so kleines Detail. Sie Schattenhaften Gestalten, die in seinen Träumen herumgewabert waren, und ihm die Kraft ausgesaugt hatten, die Hand, die sich um sein Herz legte und zu drückte. Fester und immer und immer fester. Schmerzen. Erschöpfung. Das alles war in seinem Gesicht geschrieben gewesen, als er am nächsten Morgen aufgewacht war. Seitdem hatte er nicht mehr geschlafen. Hatte zu viel Angst vor den Alpträumen gehabt – zu beginn. Irgendwann hatte er herausgefunden, dass er gar nicht schlafen durfte! Hatte seinen Körper zugedröhnt mit Koffein um wach zu bleiben.
Aus dem Kaffee würde Espresso, aus dem Espresso Kaffeebohnen, aus den Bohnen wurden Energydrinks, und aus den Drinks schließlich die Drogen. Speed, LSD, Ecstasy erst einzeln, dann irgendwann alles zusammen. Die einen würden sagen, er hatte seinen Körper jahrelang systematisch zerstört. Aber Envy selbst wusste, dass er sich gerettet hatte. Drei Jahre lang war sein Leben ein einziger Drogenrausch gewesen, der größte Teil des Geldes seiner Eltern war für die Mittel drauf gegangen. Und dann hatte er entdeckt, dass er die Mittelchen gar nicht mehr brauchte. Er war so wie er war – immer. Zu jeder Tages- und Nachtzeit. Er war wach, er war aktiv, er war er selbst. Sein Körper schrie nach nichts mehr, nur nach Wachheit. Er bekam sie. Er bekam Aktivität. Alles!

Der Bordstein ratterte unter den Rädern seines Bords, als er bereits zum dritten Mal an diesem Morgen seine Runde um die Straße drehte. Worauf wartete er? Achtete er auf irgendwas? Wenn irgendjemand Envy das gefragt hätte, dann hätte er erst ein nachdenkliches Gesicht gemacht – für einige Sekunden – und dann gelacht. Er wusste selbst nicht, was für Gedanken in seinen Kopf herumspuckten. Zu verquer war sein Geist, zu kaputt, zu voll gepumpt mit Drogen, die er inzwischen nicht einmal mehr nahm.
Envy konzentrierte sich nicht. Er wusste nur, dass er hier sein sollte. Wozu Genau? Eva hatte irgendetwas erwähnt, aber er hatte nicht zugehört. Er hörte ungerne zu. Dazu müsste man sich konzentrieren – für längere Zeit. Er redete viel lieber – über alles. Alles und nichts und doch alles. Aber diese eine Adresse hatte er behalten, und deswegen hatte er seine sowieso freie Nacht zur Hälfte damit verbracht, Sich diese Straße an zu sehen. Irgendwo hatte er sogar ein Graffiti angebracht, wenn er sich richtig erinnerte. Ach, erinnerungen! Wozu brauchte er die schon?! Er hatte sein Wissen, und das reichte ihm. Inzwischen konnte er nicht einmal mehr auf der Straße herumfahren. In den wirklich frühen Morgenstunden war das möglich. In der Zeit, in der sich tiefe Nacht und früher Morgen abwechselten, wenn nicht einmal mehr die Nachtschwärmer auf sein wollten, und die Frühaufsteher nur langsam begannen aus den Betten zu fallen. Aber jetzt war schon alles voller Verkehr.
Envy verzog das Gesicht, düste an den gesamten Menschen vorbei, die an diesem schönen Samstagmorgen arbeiten mussten. Es macht Spaß sie zu verwirren, indem man ihnen einmal kurz direkt in die Augen schaute. Das machte in solch einer Stadt niemand. Jemanden, den er nicht kannte, direkt ansehen. Mit einem von diesen schiefen Grinsen im Gesicht. Mit blauen Augen, die leuchteten. Wirklich leuchteten. Und dann war er weg und auf der Suche nach dem nächsten Opfer. Wenn man DAS Opfer nennen mochte. Die Professoren an der Universität waren viel mehr Opfer als diese Menschen hier.
Jeder, mit dem er redete war ein Opfer. Jedes auf seine eigene Weise.

Vor dem Gebäude angekommen stoppte Envy das Bord, sprang hinunter und lies es sich in die Arme springen. Sein Blick wanderte nach oben, und immer weiter nach oben. Das hier war auch so ein Opfer. Das Gebäude, und alles, was darum zu sehen war.
Wieder ein Grinsen.
Er wusste noch nicht genau wie. Aber etwas würde geschehen. Er spürte es im kleinen Zehen. Er freute sich.
Und dann machte er sich auf den Weg nach irgend jemanden, dem er auf die Nerven gehen konnte.

( Vor dem Bürogebäude | alleine )
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Jill

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BeitragThema: Re: Vorahnung und Erwartung   Fr Nov 20, 2009 7:41 pm

Sie fand es so brütend heiß, als wolle die Sonne die Erde verglühen. Jill lag langestreckt, in Unterwäsche, auf ihrem cremefarbenen Ledersofa. An der Zimmerdecke, surrte monoton der Ventilator. Aus den Boxen der Stereoanlage dröhnte "The Undertaker" von Pucifer. Sie mochte den Song und sang laut mit. Als das Lied zu Ende war stand sie auf und zog sich an. Dann ging Jill nach draußen. Sie machte sich auf dem Weg zum Bürogebäude. Dort wollte sie sich mit anderen radikalen Mutanten treffen. Sie wusste, dass sie noch nie in diesem Teil der Stadt gewesen war, denn, soweit sie es sehen konnte, waren ihr alle Gebäude unbekannt. Jill lief ohne aufzusehen an Menschen vorbei. Einige schauten sie verwundert an. Verschwommen sah sie Geschäfte und Menschen… immer wieder Menschen, vorbeirauschen. Sie alle schienen glücklicher zu sein als sie.

Plötzlich stieß sie mit einem jungen Mann zusammen. Dieser entschuldigte sich auch rasch. Jill atmete ruhig und dann hörte sie seine Stimme, ganz nah an ihrem linken Ohr. Völlig unerschrocken hörte sie, was er ihr sagen wollte. Dieser Mann fragte sie nach ihrem Namen. Zu viele Gedanken waren auf einmal in ihrem Kopf frei. Das sie sich völlig allein fühlte und das sie jetzt ein aberwitziges Gefühl von Sicherheit einem völlig Fremden gegenüber hatte.

Jill versuchte ihm zu antworten, dachte ihren Namen und hatte ihn schon auf der Zunge. Doch in diesem Moment, genau als sie sich davon überzeugt hatte, das sie noch wusste, wie reden geht, spüre sie eine warme Hand auf ihrer. Sie strich ihr über den Handrücken. Jill genoss einfach diese Berührung.

„Ich heiße Jill… Jill Bioskop.“

antwortete sie dem jungen Mann. Dieser freute sich Jill kennengelernt zu haben und stellte sich als Steven Nikopol vor. Plötzlich meinte er, erhabe es eilig und gab Jill seine Visitenkarte. Dann ging er weiter.

Ein glückliches Lächeln war auf Jills Lippen zu erkennen. Hatte sie sich in diesem Moment in diesen Mann verliebt? Sie wusste es nicht. Sie hasste doch die menschliche Rasse so sehr. Und dann sollte sie sich ausgerechnet in einen Menschen verlieben? Eine absurde Vorstellung.

Nun machte sich Jill wieder auf den Weg zum Bürogebäude. Es war sicherlich schon spät und die anderen würden schon da sein. Deswegen rannte sie. Dort angekommen verschnaufte sie kurz.


(Vor dem Bürogebäude / alleine)
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Seth

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Spitzname : Lightning

BeitragThema: Re: Vorahnung und Erwartung   So Nov 22, 2009 1:04 pm

Es war richtig niedlich, ihr dabei zuzusehen, wie sie wach wurde. Er blieb über der Bunthaarigen gebeugt, während diese ganz langsam die Augen öffnete und eine Weile brauchte, um wach zu werden. Er verstand sie. Schließlich stand er selbst auch nicht gerne so früh am Morgen auf. Währe doch selbst am liebsten liegen geblieben, selbst wenn er bereits wach war. Aber das musste ja nicht gleichzeitig bedueten, dass sein Alptraum ebenfalls aufwachen musste. Aber die SMS verlangte es. Seth hatte keine Ahn ung, wann die Radikalen zuschlage würden, und warscheinlich keiner der anderen Schützer. Aber besser zu früh dort sein und das schlimmste verhindern können, als wichtige Zeit mit so etwas unsinnigem wie Ausschlafen vergeuden.
A propos ausschlafen. Er ging in Deckung, als das Kissen in seine Richtung flog. Ja, jetzt war seine Liebste definitiv mehr Alptraum als Madame. Eigentlich hätte er nichts anderes erwarten sollen. Wer wurde schon gerne unsinnigerweise um diese Uhrzeit geweckt? Aber bevor er irgendwas erwidern konnte, war sie bereits mit knallenden Türen ins Bad abgeraucht, und er hockte auf dem Schlafzimmerboden und sah Amara kopfschüttelnd nach. Was für ein Temperament diese Frau nur immer an den Tag legte. Einfach erstaunlich.

Während er das Wasser im Bad rauschen hörte, rappelte er sich seinerseits auf, und zog seine Klamotten aus dem Schrank, um sich umzuziehen. Dunkle Arbeitsjeans und Iron Maide-Shirt. Ein einziger Blick aus den Fenster hatte gereicht um ihm zu sagen, dass er heute definitiv nicht noch mehr brauchen würde. Bevor er das Zimmer verließ und die Tür etwas sachter schloss als seine Freundin das getan hatte, öffnete er das Fenster noch, um frische Luft hinein zu lassen, und schnappte sich sein Handy vom Nachttisch.
Vor Amara war er in der Küche, schob sich zwei Toast in den Toaster, suchte aus dem Kühlschrank die Marmelade heraus, und schüttete sich eine zweite Tasse Kaffee ein. Gerade, als er das erste knusprige Brot essen wollte, kam auch Amara, immer noch nicht sonderlich gut gelaunt zu ihm und machte sich ihr Müsli.

„Denk bitte nicht, dass ich dich aus reiner Bosheit geweckt habe.“

Meinte er und biss ein weiteres Stück Brot ab, während er sie dabei beobachtete, wie sie aus dem Thresen hockend ihr Müsli aß. Er zog sein Handy aus der Tasche, schaltete die SMS auf das Display und gab es ihr rüber.

„Die Sache ist nur, es scheint Probleme zu geben du wir werden wohl benötigt.“

Dass allerdings die Radikalen ausgerechnet um diese Zeit losschlagen mussten, das war ihm ein Rätsel. Schliefen die denn nie? Hatten sie nichts besseres zu tun, als ein paar arbeitende Schützer zu Nachtschlafender Zeit aus dem Bett zu holen?
Nein, beantwortete er sich seine Fragen selbst. Nein, hatten sie nicht.

(In der Küche - gibt Amara sein Handy, damit sie die SMS lesen kann)
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Steven

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Spitzname : Pyro

BeitragThema: Re: Vorahnung und Erwartung   So Nov 22, 2009 6:16 pm

Steven lief durch die Straßen. Ein Gefühl von Freiheit überkam ihn. Er hörte ein Lied in seinen Gedanken und träumte. Plötzlich riss ihn was aus den Gedanken. Er war mit einer jungen Frau zusammengestoßen. Ihr ist aber zum Glück nichts passiert. Sie sah ungewöhnlich aus. Blaues Haar, blaue Lippen und extrem helle Haut. Doch wie ungewöhnlich sie auch aussah, so wunderschön fand Steven sie auch. Dann berührte er sanft ihre Hand und er spürte das Zittern, das durch ihren kühlen Körper lief. Sie war kein Mensch, soviel stand fest. Sie war ein Mutant. Ein Mutant, genau wie Steven. Aber sie konnte unmöglich eine radikale Mutantin sein. Sie war viel zu freundlich für so einen Abschaum von Radikalen. Dann antwortete sie auf Stevens Frage nach ihrem Namen, dass sie Jill heiße. Jetzt stand er also hier mit Jill und konnte einfach nicht klar denken. Irgendetwas war anders.

Dann blickte Steven auf seine Uhr. Es war spät. Die anderen würden sicher schon da sein. Er griff in seine Jackentasche und zückte eine Visitenkarte, die er dann Jill gab.

„Ich hoffe, wir können irgendwann mal zusammen ausgehen. Ich muss jetzt weiter.“

Nun machte er sich wieder auf den Weg zum Bürogebäude. Dort angekommen sah er in der Nähe des Gebäudes eine Gestallt auf dem Boden hocken. Steven ging auf die Gestalt zu und vom Nahen konnte er nun erkennen, dass es eine junge Frau war. Es sah aus, als würde sie auf etwas warten. War sie ein normaler Mensch, eine Schützerin oder gar eine Radikale?...

„Schönen Tag. Was machen sie hier?“


(Vor dem Bürogebäude – bei Darja)


Zuletzt von Steven am Mo Nov 23, 2009 7:06 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Misha

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Spitzname : Shadow

BeitragThema: Re: Vorahnung und Erwartung   Mo Nov 23, 2009 6:06 pm

Irgendwann wurde es Misha langweilig.
Oo Ich bin ja eigentlich eher ein geduldiger Typ. Aber dass... Ich geh da jetzt rüber und guck ob ich mir was Unterhaltendes finde. Vielleicht steht ja irgendwo schon so ein Radikaler rum. Bin noch nie einem Begegnet, könnte interessant sein oO
Mit diesem Gedanken stand er auf, konzentrierte sich und trat in den Schatten.
Das Gefühl, naja, eigentlich war es kein Gefühl, eher eine Wahrnehmung, war nicht zu beschreiben.
Es war nicht unsichtbarkeit, aber auch nicht wirklich verwachsen mit dem Schatten. Es war eher...
Wie schwimmen. Er schwamm durch die Dunkelheit.
Und wie ein Delfin konnte er auch von Dunkelheit zu Dunkelheit springen.
Er sah fest auf die andere Strassenseite, sah, nein fühlte sich dort stehen, und dass nächste was er wahrnahm war sein Fuss, der auf eine Zeitung trat, die dort auf dem Boden lag.
Er sah sich um, ob irgendjemand ihn gesehen hatte, aber bis auf einen nicht besonders gefährlich aussehenden Typen war es offensichtlich niemandem aufgefallen.
Er hockte sich wieder hin, starrte den Kerl böse an, und sah zufrieden, wie der wegsah. Sollte der doch denken was er wollte, er war hier, er war jetzt.
Jetzt sah Misha sich noch einmal um, versuchte diesmal eher seine Umwelt wahrzunehmen, anstatt zu checken, ob seine Umwelt ihn wahrnahm. Eine junge Frau saß in der Nähe, aber die würde eher keine Mutantin sein. Sah eher wie ein Sonnenjunkie aus, der die kurze Zeit Pause nutzte, um sich ein wenig zu bräunen. Hatte sie auch nötig.
Ausserdem war da noch eine eher bleiche Person, mit blauen Haaren. Mode oder Mutation?
Das war immer so schwer auseinander zu halten.
Er seufzte. Warum musste diese Mutationssache überhaupt aufgetreten sein?
Er hätte jetzt dort sitzen können wie diese Frau mit dem Piercing. In die Sonne gucken,
entspannt seine Pause geniessen, einfach Mensch sein.
Stattdessen war er jetzt hier. Im Schatten; Alleine;
Misha knurrte leise, was ihm einen verwunderten Blick von einem Typen mit einem Kaffeebecher eintrug. "Geh weiter du Drecksjuppie", fauchte er leise "Ich bin nicht dafür bekannt nett zu Leuten zu sein die mich doof ansehen." Er sah wie sich sein Blick von Neugier auf Panik veränderte, und er hastete schnell weiter. Diese Menschen, sie waren doch so leicht verunsichert, so leicht in Panik.
Eigentlich war er sich nicht einmal sicher warum er überhaupt einer von den guten war.
oO Ich meine, okay, es gibt immer noch nette Menschen. Hübsche Frauen, nette Kerle. Meine Saufkumpane zum Beispiel, von denen kann ich fast sicher sein dass sie keine Mutanten sind.
Es sei denn es gab eine Mutation die einen weiter kotzen liess als den Durchschnitt. Dann sind sies alle.Oo

Oder diese Tänzerinnen in den Clubs wo er manchmal war.
Menschen waren eigentlich was feines. So was zum Angucken, wie ein Zoo.
Sie nahmen sich ja ach so wichtig, mit ihren lebensrettenden Jobs, den grossen Geldmengen und ihren Frauen, die grade wieder Geld für wasweissich brauchten.
Er schnaufte, verlagerte sein Gewicht und verharrte wieder in Reglosigkeit.


[In der Nähe des Eingangs | Wartet auf Action]


Zuletzt von Misha am Mo Nov 23, 2009 8:44 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Evangeline

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Spitzname : Hypnotist

BeitragThema: Re: Vorahnung und Erwartung   Mo Nov 23, 2009 7:38 pm

Der Anruf hatte sie schon am letzten Abend erreicht. Ein Anruf, der sie auf der Arbeit vom Bedienen abgehalten hatte. Dankenswerterweise. Nichts hatte sie lieber als eine kleine Ablenkung, während sie auf den wahrscheinlich nicht ganz so wohlverdienten Feierabend wartete. Auf die Dusche und eine Waschmaschine, da ihre Kleidung nach der Arbeit immer etwas nach Rauch und Frittenfett stank. In dem Café Schrägstrich Restaurant gab es nun einmal alles, was das Herz begehrte. Der Geruch nach Kaffee und Kuchen war noch das Angenehmste. Man musste eben nehmen was man kriegen konnte, wenn man sich sein Eigenheim finanzieren wollte. Sie hasste ihre Abriet. Aber die war nun einmal notwendig. Kleidung, Miete und Nahrung finanzierten sich nicht von selbst. Es waren gar nicht mal die Gerüche und die harte Arbeit, die sie so störten. Es waren die Kunden.
Die Menschen waren einfach ein großer Haufen von Lügnern. Jeder von ihnen hatte eine gespaltene Zunge. Wer mochte es schon zu erfahren, dass das Gegenüber gar nicht meinte, was er da sagte? Bei ihren Eltern war es das Schlimmste gewesen. Die eigene Mutter liebte einen nicht, der Vater log und betrog wie wild. Manchmal hasste sie ihre Kräfte. Manchmal war es aber auch nützlich.
Dieser Morgen war ein gutes Beispiel. Freundlich hatte sie ihren Vermieter „überredet“ die Mietschulden noch eine weitere Woche zu akzeptieren. Vielleicht zog sie ja heute das große Los. Vielleicht würde sie Beute machen können, wenn der geplante Anschlag lief. Menschen in Aufruhr waren dafür doch ideal?
Es war nicht so, dass sie kein Gewissen hatte. Was Menschen betraf war es nur einfach viel schwächer. Einen ehrlichen Mutanten würde sie nicht betrügen. Einem ehrlichen Mutanten würde sie nicht mithilfe ihrer Kräfte das Geld aus der Tasche ziehen. Bei einem Menschen allerdings… Da sah sie Sache schon etwas anders aus. Sehr anders.

Mit dieser Einstellung wanderte sie die Straße entlang. Das blonde Haar hatte sie zu einem Zopf zurück gebunden. In den hochhackigen Stiefeln war es etwas unbequem, aber sie hatte Lust auf ihre Lieblingsschuhe gehabt. Der blaue, eher klobige Kapuzenpullover betonte zwar ihre Augen aber nicht unbedingt ihre Figur. In ihm wirkte sie eher mollig als schlank, was sie eigentlich war. Die Jeans war ebenfalls nicht gerade neu und schick.
Aber musste sie schick aussehen? Ihrer Meinung nach nicht.
Ihr Blick glitt hinauf zu dem Gebäude. Das war also das Ziel? Ja, hier musste es sein. Letzte Nacht hatte sie sich eine Straßenkarte angesehen, hier musste es sein. Langsam senkte sie den Blick und blickte sich um. Sie erkannte weiter hinten eine dunkle Gestalt und ihr Gesicht wurde kurz zu einer finsteren Miene. Caleb, das Arschloch. Sie hatte noch nie jemanden getroffen, der so unhöflich war. Wenigstens meinte er seinen Groll ernst.
Ah, und da war noch einer, der immer meinte, was er sagte. Sie erkannte das wirre Haar und das Skateboard. Gemächlich trottete Eva zu Envy hinüber.

Pünktlich wie die Uhr“,

meinte sie leise und schenkte ihm ein kurzes Lächeln ehe sie ihn zur Begrüßung umarmte. Sie mochte ihn. Auch wenn er ein wenig zappelig und auf Dauer nervig war. Es war lustig ihm zuzuhören. Der Kerl konnte reden wie ein Wasserfall. Und Eva stand einfach gern daneben und hörte dem zu, was er erzählte, warf gelegentlich ein paar Wörter ein. Er war ihr viel sympathischer als die anderen Radikalen.

Hab ich irgendetwas verpasst oder sind wir noch in der Phase, in der wir an unseren Fingernägeln rumkauen und ganz gespannt waren?

Kurz sah sie zum Gebäude, dann richteten sich ihre blaugrünen Augen auf die strahlenden von Envy, dem kleinen Glühwürmchen.


( Vor dem Gebäude // Unterhält sich mit Envy )
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Amara

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BeitragThema: Re: Vorahnung und Erwartung   Mo Nov 23, 2009 8:02 pm

Welcher Tag, der um diese Zeit begann, konnte schon ein Guter werden? Wer stand um fünf Uhr morgens auf oder noch früher und sagte sich: Hey, man, ich hab das Gefühl, heute werde ich die Welt erobern? Niemand. Eben. Deswegen hatte sie auch verdammt noch mal das Recht, muffelig zu sein. Und zwar sowas von!
Ihre Laune sank noch um drei Oktaven als sie sich erinnerte, dass heute Samstag war. Na herrlich, sie stand an einem Samstag zu der Zeit auf, zu der normalerweise ihre Tiefschlafphase begann. Wenn das nicht schrecklich war! Noch nicht einmal die Cornflakes schmeckten! Sie kippte noch etwas mehr Zucker über die schon lapprigen Flakes und schob sich noch einen vollen Löffel in den Mund. Finster betrachtete sie den Mann, den sie eigentlich ihr Herzblatt nennen sollte. Heute Morgen war er eher ein Kotzknochen. Auf seine Worte hin rümpfte sie die Nase und leerte die Schüssel.

Ja, du hast mich geweckt, weil du mich so sehr liebst. Wo ist deine Liebe hin, Seth, mhm? Wo ist sie? Vielleicht im Kühlschrank? Oder bei den Tassen?

Okay, sie hatte einen Hang zum Rumzicken und einen Hang zum Sarkasmus. Als er sein Handy zückte, seufzte sie. Na, was kam nun? Musste er wieder zur Arbeit im Kraftwerk? Dann könnte sie wieder ins Bett gehen. Ein gemeinsames Frühstück war bestimmt nicht der Grund für diesen Fauxpas gewesen.
Sie nahm sein Mobiltelefon und schaute auf das Display. Radikale? Hilfe benötigt? Sie verdrehte die Augen und gab ein Geräusch von sich, das ungefähr wie „Gaargh!“ klang. Aus lauter Frust schnappte sie sich Seths zweites Toast, legte dafür sein Handy auf die Arbeitsplatte und biss von dem knusprigen Brot ab. So, sie kamen also nicht ohne sie und Seth aus? Was sollten sie schon groß tun? Obwohl, Seth konnte mit Sicherheit etwas bewirken, nicht umsonst wurde er Lightning genannt. Beispielsweise könnte er dem Gebäude den Strom entziehen und so irgendwas steuern. Oder aufhalten. Was sollte sie da bitte schön machen? Die Leute so lange mit Ängsten konfrontieren, bis diese sich in die Hosen machten? Ja, zittert vor Amara, der Folterbraut!
Sie ließ die besockten Füße mehrmals gegeneinander prallen und kaute in aller Ruhe Seths Marmelodentoast zuende, ehe sie den Blick wieder auf ihn richtete und seufzte.

Wir werden uns dem Schicksal fügen müssen, oder?

Ihr Murren verklang erst, als sie vom Tresen hoppte, zum Kühlschrank ging und die Milchtüte herausholte. Ohne ein Glas zu bemühen, setzte sie die Tüte an und trank ein paar Schlucke, stellte das Tetrapäckchen dann wieder zurück. Mit Dackelblick wandte sie sich an Seth, trat an ihn heran und schlang die Arme um seinen Oberkörper. Sie vergrub ihr Gesicht an seiner Brust, da sie ja deutlich kleiner war als er, und sog seinen Geruch tief in sich ein.

Wenn du mich lieben würdest, würdest du mir den ganzen Dreck ersparen. Bist du nicht dazu da, um mich vor dem Übel dieser Welt zu beschützen? Um mich auf Händen zu tragen, wie es einer Königin gebührt? Ich komm mir grad vor wie der letzte Arsch.

Langsam hob sie den Blick und schaute in sein Gesicht. Eine Hand streckte sie aus und berührte ihn an der Wange, zog dann sein Gesicht zu sich hinunter und berührte seine Lippen kurz mit ihren.

Nagut“, nuschelte sie an seinen Mund, „dann lass uns sie Süße mal besteigen.

Die Süße war Seths Motorrad. Unvermittelt ließ sie ihn los, nicht jedoch, ohne ihn noch einmal kurz auf die Lippen zu küssen. Widerwillig trottete sie in den Flur und schlüpfte in ihre Schuhe. Einfache Sneaker mussten doch reichen.

Fertig! Mach hinne, Mann!


(Steht im Flur der Wohnung // Wartet gaaanz geduldig auf ihren Liebsten)
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Seth

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BeitragThema: Re: Vorahnung und Erwartung   Sa Nov 28, 2009 6:02 pm

Gerade, als Seth nach seinem zweiten, aufgewärmten Brot greifen wollte, hatte Amara es sich geschnappt, und aß es einfach so auf. Der schwarzhaarige zog eine Schnute, nahm sich dann aber sein Handy wieder und ließ es in seiner Hosentasche verschwinden. Er beobachtete seine Freundin eifersüchtig dabei, wie sie sein Brot aß. Würde sie denn helfen können? Es war ein böser Gedanke, das wusste er, aber …. Nun, Amara hatte nicht diese Art von Kräften, mit denen man wirklich kämpfen konnte. Ach nein. Er schloss einen Moment lang die Augen und schüttelte den Kopf. Sie würden schon sehen, was passieren würde. Amara war kein kleines Kind, sie brauchte keie Bewacher, konnte auch ganz gut für sich selbst sorgen. Da musste er sich keine Gedanken machen. Sie konnte sich verteidigen. Wenn nicht mit ihren Kräften, dann wohl mindestens mit ihrer losen Zunge.

„Tjaja, das Schicksal. Groß, böse und gemein.“

Während Amara sich an der Milchtüte gütig tat, trank Seth seine Tasse zuende, und wollte sie gerade neu auffüllen, als Amara zu ihm trat und sich an ihn schmiegte. Sanft strich er ihr über den Kopf und dem Rücken, während sie sich an seiner Brust ausheulte. Aha, also doch klein und schwach?

„Wenn dir das ganze zu viel wird, dann kannst du dich auch zurück in das Bett verkriechen, die Decke ganz weit über die Nase ziehen, und dich verstecken, während ich mich dahin verdrücke, nachsehe was für Probleme es gibt, mein Leben riskiere, mich von den Radikalen halb umbringen lasse, und vielleicht irgendwann wieder heim kommen, wenn mein verletzter Stolz das zu lässt. Ist dir das lieber? Dann machen wir das so.“

Er lächelte. Sie würde das ganz sicher nie mit sich machen lassen, und das wusste er mindestens genauso gut, wie sie selbst. Aber ein bisschen necken würde ja wohl drinnen sein, wenn sie nicht mit wollte. Er würde gehen, das wusste sie genau so gut, wie er auch. Mindestens. Er würde es sich nicht nehmen lassen, die Radikalen mal ein wenig aufzureiben.
Seth erwiederte den kurzen Kuss, den Amara ihm auf die Lippen drückte. Na bitte, was hatte er gesagt? Ein zartes lächeln umspielte seine Lippen, als sie aufstand. Ein zweiter Kuss noch, und dann war sie im Flur verschwunden. Ungläubig über diese wechselhaftigkeit der Gefühle schüttete sich Seth noch seine Tasse und und stürzte den Rest Kaffee in einem Zug hinunter. Während Amara bereits im Flur stand und auf ihn wartete, räumte er noch das Frühsücksgeschirr bei Seite.

„Ist ja schon gut du kleiner Alptraum.“

Seth trat aus der Küche in den Flur hinüber und zog sich seine Stiefel über die Füße.

„Du bist viel zu ungeduldig, weißt du das?“

Lederjacke vom Hacken genommen und über die Schultern geworfen, Amara ihren Helm in die Hand gedrückt, seinen eigenen und den Hut geschnappt, beides in einer Hand, während mit der anderen nach dem Motorradschlüssel gegriffen wurde, hinter Amara aus der Wohnungstür hinaus, diese abschließen, und die Treppen hinunter, auf die Straße, wo seine Maschiene stand.
Seinen Hut ließ er erst einmal unter dem Sitz verschwinden, die Jacke und den Helm zog er richtig an, und hockte sich auf die Maschiene, wartete darauf, das Amara es sich hinter ihm bequem machte, wähend er schon einmal den Motor startete. Den Motor, der kaum zu hören war. Elektromotoren waren nicht einmal halb so laut wie Benziner, und billiger. Zumindest von Seths stand der Dinge aus. Jemand anderes würde vielleicht nicht so viel Geld damit sparen, aber jemand anderes war auch nicht in der Lage, seine Elektrogeräte selbstständig anzutreiben. So schnell er in durch das Verkehrsaufkommen konnte, fuhr er durch die riesige Stadt zu dem Bürogebäude.

(AUf dem Motorrad - fährt mit Amara zum Bürogebäude)
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Cyrill

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BeitragThema: Re: Vorahnung und Erwartung   So Nov 29, 2009 3:07 pm


Staub glimmerte in der Luft.
Dort, wo schmales Licht durch die Holzjalousien drang, kamen schimmernde Säulen zustande, in denen feine Körnchen das Scheinen reflektierten und zu Glitzern begannen.
Sie zeichneten ovale Flecken auf dunklen Boden, Kleidung, die herumlag, Bücher, einen faltigen Teppich, eine Bettdecke, die halb von einer Matratze lag, deren Gestell aus schwarzem Ebenholz bestand, breit und hoch, sodass darunter noch hohe Schubladen waren, von denen eine halb offen stand.
In dem Spalt steckten zwei Schuhe, grob mit den Spitzen hineingeschoben. Sie waren groß, aber nicht unbedingt plump. Nur bog sich der rechte ein wenig unglücklich, da er doch arg unwirsch in die nur zum Teil geöffnete Schublade gestopft worden war.
Schräg darüber zuckte etwas.
Ein Zeh, bloß und ohne Socken, ein Fuß, so groß, dass er unverkennbar zu den Schuhen gehörte. Irgendwo etwas weiter weg davon regte sich ebenfalls was – ein weiterer Fuß, der in einem Halbkreis herumschwang und gegen eine Schüssel stieß, die auf dem einige Hand breitem Rahmen des Fußendes des Bettes gestanden hatte.
Mit einem unheilvollen Scharren glitt sie zur Seite und fiel hinab.
Allerdings zerbrach sie nicht, da unten ein Pullover lag, und sie glücklicherweise nicht daneben auf dem harten Grund aufkam. Lediglich der Inhalt, Popcorn, verteilte sich wie eine Welle aus Weiß über dem Holz.
Die Beine und die dazugehörige Person streckten sich kurz und entspannten sich wieder. Niemand war wirklich zu erkennen. Ein Kissen lag irgendwo dort, wo der Kopf zu vermuten war, teilweise war ein Rücken zu sehen, dann ein Gürtel samt Hosenbund – und dann begann die Decke, die sich kräuselte und weich über ihn legte.
Irgendwo auf dem schwarzen Laken zitterte es mit einem Male. Ein Brummen ertönte, ein Handy vibrierte und bewegte sich langsam Richtung andere Seite des Bettes.
Die Person grummelte.
Summen.
Ein Arm fuhr über die Matratze, tastete nach dem Mobiltelefon.
Die Decke rutschte vom Bett.
Der Mann packte das kleine Gerät, zog die Beine unter den Bauch und hob dann den Oberkörper, sodass das gewaltige Kissen von seinem Kopf rutschte, und er reichlich gerädert in der Lage war etwas zu sehen.
Träge drehte er sich, schwang die Füße über einen Rand des breiten Bettes und überlegte eine Weile, was er eben noch hatte tun wollen, als das Handy wiederholt summte.
Und er sich erinnerte, dass man für gewöhnlich ranging, wenn einen ein Anruf ereilte.

» Guten Abend, danke, ich will nichts Kaufen. «

,murmelte er und zog die Augenbrauen zusammen. Irgendwas daran war falsch gewesen.
Ein verschwommener Blick auf die Uhr, die auf einem, ebenso wie das Bett, schwarzem Nachttisch stand, zeigte, dass es früher Morgen war. Er hatte nur wenig geschlafen.
Mit dem linken Fuß holte er aus und trat den Wecker unsanft vom Tisch, um nicht mehr die blinkenden Zahlen sehen zu müssen, während er der rauen Stimme am Apparat zuhörte, und doch nicht verstand, was man ihm sagte:

» Ecke Einundfünfzigste, hast du verstanden? «

Er nickte, ohne darauf zu achten, dass die Komponente am anderen Ende der Leitung dies ja überhaupt nicht sehen konnte.

» Du holst den Umschlag ab und bringst ihn zu Pan in die Bar. «

Verständnisvolles Nicken.

» Pünktlich. Nicht so, wie gestern. «

Braves Nicken.

» Und wehe dir, der geht verloren. «

Desinteressiertes Nicken.
Und der andere Mann legte auf. Der Helläugige nahm das Handy dennoch erst später von seinem Ohr weg, als habe der das Verschwinden des Gesprächspartners nicht bemerkt, guckte einen Moment lang auf den Display und schaltete es schließlich aus. Danach erhob er sich schwerfällig in seine ganze Größe, streckte sich, sodass die Knochen knackten und gab ein unschönes Geräusch von sich.
Eigentlich hatte er keine sonderliche Lust darauf, Aufzustehen und Aufträge zu erledigen, erst Recht nicht, wenn es weder ein Hallo, noch ein Tschüss, geschweige denn ein Bitte oder Danke gab.
Im Grunde müsste er es aber gewöhnt sein.
Schlaftrunken schlurfte er durch das Zimmer. Er trug nur eine Jeans. Als er vor zwei Stunden nach Hause zurückgekehrt war, war er nicht mehr wirklich in der Lage gewesen, sich ordentlich umzuziehen.
Das hier musste herhalten.
Der Mann öffnete einen Schrank, wie der Rest auch aus Ebenholz, und zog ein Hemd, Hose und frische Wäsche heraus.
Seine Schritte gingen dumpf irgendwo in Richtung Badezimmer.
Es dauerte, bis er geduscht und sich neu eingekleidet hatte. Aber wenn jemand was von ihm verlangte und keine klaren Limite setzte, musste er damit rechnen, dass es eine ganze Zeit in Anspruch nehmen würde – er war eher ein gemütlicher Mensch.
Insofern man das hätte sagen können.
Denn er war nicht normal, kein Mensch, das wusste er, während er sich lustlos beim Zähneputzen im Spiegel betrachtete. Sah es in den hellen Augen, in den Zügen im Gesicht, die ihm einen eigenartigen Ausdruck von Fremde verliehen.
Er mochte es auch nicht, wenn man ihn deswegen anstarrte. Nicht, dass es ihm peinlich war, keineswegs. Aber er konnte Leute, die gafften, nicht leiden. Und das, obwohl er selber wenig Scham besaß andere anzugucken und den Blick nicht abzuwenden, auch nicht, wenn diese sich schon mit einem eher unfreundlichem Ausdruck nach ihm umdrehten.
Langsam kam er aus dem Badezimmer und ging um die Ecke durch den großen Durchgang vom Schlafzimmer, was man mit Schiebetüren dort abtrennen konnte, in das Wohnzimmer und schaltete mit einer Fernbedienung, die er von einem Tisch klaubte, träge die Musik an. Daraufhin tönten Klänge unbekannter Bands durch die Räume, in denen er herumstreunte und sich alles zusammensuchte, was er für seine Aufträge benötigte.
Er knüpfte sich das schwarze Hemd locker zu, darunter trug er ein weißes Shirt, schob sein Handy in die Hosentasche der ebenso wie das Hemd dunklen Hosen und lief herum, bis er am Bett seine Schuhe entdeckte, die er mit einem müdem Grummeln anzog.
Danach lief er wieder quer durch die Wohnung, die drei Stufen hinterm Wohnzimmer am kleinen Flur hinab und wühlte in einer Kiste herum, die auf einem hüfthohen Schuhschrank lagerte. Er fischte eine Mütze heraus, zog sie sich über den Kopf, und warf einen flüchtigen Blick in den schmalen Spiegel neben der Tür. Seine Stirn war halb bedeckt und um seine Augen dunkle Schatten getreten, sodass die Iriden nicht so hell wirkten. Angenehm.

Er spürte den Umschlag. Kalt lag das Papier an seiner Haut, er hatte es sich an der linken Hüften halb in die Hose gestopft, den Taschen trug er nicht mit sich. Seiner Meinung nach wurde aus Taschen auch viel zu schnell etwas gestohlen – er hatte da seine Erfahrungen und wusste, wie einfach es war, jemanden um etwas zu erleichtern.
Und das Risiko war ihm schlichtweg zu hoch.
Gelangweilt zog er an der Dreiundfünfzigsten Straße entlang, recht weit von dem Bürogebäude entfernt und auf dem Weg zur Bar einige Blöcke weiter, hoffend darauf, dass irgendetwas geschehen würde.
Irgendein Unfall geschah. Eine Parade. Von ihm aus auch ein Ufo, was vom Himmel hinabsauste.
Einfach nur etwas, auf das er seine Aufmerksamkeit lenken konnte.
Ein blöder Tag.
Früh Aufstehen, Mädchen für alles Spielen, Ereignislos.

Er wusste nicht, dass ein Aufstand geplant war. Ab und an überging er Informationen, weil er oft nicht wirklich zuhörte, manchmal, da sparte man ihn bei Aktionen besser aus.


[Kommt von der Einundfünfzigsten, ist nun auf der Dreiundfünfzigsten, etwas vom Bürogebäude entfernt || Alleine]
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Amara

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BeitragThema: Re: Vorahnung und Erwartung   Sa Dez 05, 2009 8:12 pm

Wahrscheinlich wusste Seth genauso wie sie, dass sie eigentlich nichts bewirken konnte. Es war sinnlos, dass sie mitkam. Aber er hatte etwas gesagt, dass sie nicht auf sich sitzen lassen konnte. Etwas, das in ihrem Bauch rumorte und sie dazu zwang, den Helm entgegen zu nehmen. Sie würde ihn nicht alleine gehen lassen. Sie würde nicht zulassen, dass ihm irgendetwas passierte. Seth war ihr ein und alles, das würde sie nicht alleine losziehen lassen. Auch wenn es nicht sicher war, dass es zum Kampf kam. Bei den Radikalen konnte man eigentlich nie wissen, was passierte. Und wenn ein Hochhaus involviert war, dann wurde die Sache ernst, oder? Mal ehrlich, Mutanten mit noch unbekannten Kräften in einem Hochhaus. Reichte einer, der Schockwellen oder Erdbeben erzeugen konnte. Dann wurde es schon gefährlich. Und ihr Seth sollte sich alleine dahin wagen? Das konnte er ja sowas von vergessen!

Ungeduld ist eine Tugend, die sich zu pflegen lohnt.

Na, eigentlich hieß es ja „Geduld“ aber das war ja egal. Ihr Sprichwort war ohnehin viel besser.
Sie schnappte sich ihren eigenen Haustürschlüssel und steckte ihn sich in die Hosentasche. Geld befand sich da auch noch drin, wie praktisch. Deswegen leerte sie ihre Sachen nie aus, wenn sie sie einfach irgendwo hinlegte. Vor der Waschmaschine wurde einmal geguckt, aber sonst nicht. Dadurch hatte sie immer Bonbons, Müll und Geld dabei.
Sie folgte Seth die Treppe hinab zu seiner Süßen. Grinsend betrachtete sie das Motorrad. Tja, dieses Schätzchen war der Grund dafür, dass sie und Seth ein Paar waren. Dem Ding hatte sie also einiges zu verdanken. Mit der Hand strich sie kurz über den Sitz, ehe sie ein Bein darüber schwang und sich an Seths Rücken schmiegte. Hach, was für Vorteile so ein Baby doch hatte. Man konnte seinem Liebsten schön nahe sein, ohne dass es auffiel. Schnell noch den Helm aufgesetzt, die Arme um ihn gelegt und ein schönes:

Auf geht’s, Baby!

gerufen, dann ging die Fahrt auch schon los. Sie fand ja, dass Motorradfahren in der Stadt die totale Verschwendung fahr. Dauernd musste man wegen Ampeln anhalten oder wegen einer Fahrschule. Wer ließ die dummen Kinder überhaupt auf die Straße los? Autofahrer waren sowieso alle dumm. Und Fahrschullehrer noch mehr. Blöde Mutantenhasser. Das hatte sie wirklich aufgeregt. Damals, als ihr Fahrlehrer sie rausgeworfen hatte, weil sie eine Mutantin war. Immerhin hatte er eine schöne Kostprobe ihrer Fähigkeiten bekommen, ehe sie endgültig gegangen war. Mit einem grimmigen Lächeln auf den Lippen. Ja, damals hatte sie aus Rache gehandelt und jemanden aus Rache geängstigt. Seitdem hatte sie ihre Kräfte immer nur aus Versehen oder in Notwehr eingesetzt. Reichte auch. Musste sonst nicht sein.
Die Fahrt war gar nicht so lang, wie sie gedacht hatte. Als sie an dem Gebäude ankamen und Amara von der Maschine kletterte, nahm sie den Helm ab und blickte sich sofort um. Hui, hier war ja einiges los. Wieso waren um diese Zeit schon so viele Menschen wach? Das war doch unnormal. Sie arbeitete nachts in dem Club, sie stand immer erst am Abend auf und schlief den Tag über. Deshalb hatte sie wohl noch nie mitbekommen, wie die Gutbürgerlichen lebten. Ekel erregend.

Siehst du jemanden, den du kennst?

Kurz warf sie einen Blick zu Seth, dann fuhr sie sich mit einer Hand durch das bunte Haar und sah sich noch einmal um. Aber sie sah nicht einen einzigen, den sie kannte. Oder? Nein, irgendwie nicht. Man, was, wenn sie die einzigen Schützer hier waren? Dummes System, es gab zwar jemanden, der das alles koordinierte und SMS verschickte, aber keine geheime Datenbank mit den Fotos aller Mitglieder. Dabei wäre das doch mal wirklich eine Innovation, verdammt noch mal.

Wegpacken und Patschehändchen geben, wir gehen jemanden suchen!

Ein leise geschnurrter Befehl, als sie ihm ihren Helm reichte. Mit einem milden Lächeln versuchte sie, den barschen Ton zu entschuldigen. Ach man, es war einfach irgendwie doof.
Schützer verstreut, früh morgens, sie nutzlos. Das zog einen runter. Bargh.


(Vor dem Bürogebäude // Will mit Seth die anderen Schützer suchen)
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Envy

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BeitragThema: Re: Vorahnung und Erwartung   So Dez 06, 2009 4:42 pm

Er kannte es gar nicht, dass um diese Uhrzeit so viele Leute durch die Gegend zogen. Natürlich, in Los Angeles schlief nie jemand – das er nicht lachte. Es gab Uhrzeiten, da waren weniger Leute auf der Straße. Nachts war es hier bevölkert, Tagsüber ebenfalls. Aber so ein paar Stunden um morgens herum, da war es still. Eigentlich waren dies diese Stunden. Und dennoch schien die halbe Stadt auf den Beinen zu sein. Am Wochenende! Der Normale Stundent feierte in dieser Zeit der Woche, ließ sich mit Alkohol oder und Drogen vollpumpen. Außer der kleinen, schwarzhaarigen Erstsemester natürlich. Die hockte Nachts in ihrer Wohnung herum. Oder versteckte sich. Am besten noch beides auf einmal. Aber sie konnte ja gar nicht anders, das arme kleine Ding.
Wie wäre es denn, unsichtbar zu sein? Envy fuhr durch die Menschen hindurch. Langweilig musste es sein. Niemand, der einen sehen konnte, der wusste, dass man es war, der einem auf die Nerven ging. Und zugleich konnte er es sich sehr witzig vorstellen. Poltergeist sein. Den Menschen noch mehr auf die Nerven gehen können, ohne dafür irgendwas tun zu müssen. Er kicherte leise in sich hinein. Aber nein, Darja würde so etwas nie und nimmer tun. Sie war ja schon halb ausgetickt, als Envy sie das erste mal Nachts gesehen hatte. Seltsames, kleines Mädchen, das sie doch war. Aber witzig. Definitiv witzig.

Aber sie war nicht hier. Wahrscheinlich gehörte sie nicht einmal zu den Schützern. Dafür war sie doch sowieso viel zu Schüchtern. Dafür musste ja wohl irgendjemand ihre Kräfte kennen, oder etwa nicht? Damit man wusste, was man mit ihr anfangen konnte. Nein, sie würde bestimmt nicht dabei sein heute.
Es würde ihm Leid tun, wenn sie das wäre. Das wusste er sogar. Das wusste das bisschen verkrüppelte in ihm drinnen, das noch zu solch seltsamen Dingern, die sich Gefühle nannten, fähig war. Er mochte das kleine Mädchen. Und wenn heute irgendetwas geschah, das ihr Leid zufügen würde, dann würde er sie wohl beschützen. Wollen? Müssen? Das wusste er nicht. Er wusste nur, das er es tun würde. Egal wie genervt sie immer auf ihn reagierte, wenn er in ihren Vorlesungen auftauchte. Das war er ihr schuldig. Weswegen? Konnte er nicht sagen. Wollte er auch gar nicht sagen.

Eine weitere Runde um den Block war vollendet, und noch immer niemand in sichtweite, den er ansatzweise kennen würde. Aber auch rein gar niemand. Himmel – wenn nicht bald IRGENDETWAS geschah, dann würde er gehen. Egal, wer ihn hier haben wollte. Er schlug sich doch nicht einfach die Nacht um die Ohren, um Morgens einer kleinen Armee Menschen gegenüber zu stehen, von denen keiner eine Ahnung hatte, was demnächst geschehen würde!
Doch, eigentlich schon. Er schlug sich jede Nacht um die Ohren. Obwohl....eigentlich war es ja umgekehrt.
Hinter ihm ertönte eine Stimme. Eine bekannte Stimme, die wohl mit ihm zu sprechen schien. Envy drehte sich um. Eva stand hinter ihm. Wohl eines der einzigen, nicht mit Drogen zugepumpten Wesen auf diesem Planeten, die die Zeit mit ihm aushielten – und vor allem sich freuten ihn zu sehen. Er hatte keine Ahnung, wie er zu dieser Ehre kam, aber sie belustigte ihn doch mindestens. Vor allem, da sie ihm umarmte. Nicht mal seine Eltern hatten ihn gerne berührt. Aber nun gut, wenn es ihr Spaß machte – ihm war es egal, und er erwiderte die Begrüßung mit einem kurzen drücken. Bevor noch jemand aus versehen auf seinem Board ausrutschte – obwohl das ja schön spaßig gewesen wäre – ließ er es sich in die Arme springen, während der Blondschopf ihn fragte.

„Bisher ist praktisch gar nichts passiert. Es sind einfach nur viel zu viele Leute für diesen Tag und diese Uhrzeit unterwegs, was ich ja gar nicht verstehen kann. Wer arbeitet denn bitte schön gerne an einem Samstag, morgens um diese Uhrzeit? Aber bis auf das ist es hier wirklich langweilig. Ich habe bisher noch niemanden gesehen, den ich kenne. Du bist jetzt mal eine Ausnahme, aber du hast mich ja auch gesehen, bevor ich dich gesehen habe. Keiner hier. Und dabei kenne ich doch recht viele Leute. Obwohl das ja eher die Nachtschwärmer oder die Leute aus der Uni sind, und nicht die dämlichen Büroarbeiter, die sich in irgendwelche Hochhäuser stürzen, um dort den ganzen Tag rumzusitzen und zu arbeiten. Hallo? Wer arbeitet denn bitte schön gerne in einem Büro? Da muss man nur rumsitzen und dämlich auf einer Tastatur rumhauen, auf einem Bildschirm starren oder irgendwas in der Art. Keine Bewegung, keine Abwechslung, NICHTS! Und trotzdem rennen die hier rum wie die Ameisen, als sei genau das, was sie hier machen, über alle Maßen wichtig und sonst was. Was soll heute eigentlich passieren? Hast du da eine Ahnung davon? Weil ich mir einfach nicht vorstellen kann, was das hier werden soll, du verstehst? Und ausgerechnet hier, wo ganz viele Menschen sind, und so tun, als wären sie etwas besonderes. Das sie das sind, das wissen wir ja wohl alle. Aber das hier ist schließlich ein Hochhaus wie jedes andere. Da könnten wir auch eins nehmen, das eine Straße daneben wäre, oder gleich das benachbarte oder sonst irgendwas in der Art.“

Reden. Er mochte es. Er mochte es wirklich gerne. Den Gedanken, die ihm durch den verqueren Kopf wirrten, einfach einmal freien Lauf lassen, und währenddessen von einem Fuß auf den anderen treten, den Blick von Eva auf die umherstreunenden Personen schweifen lassen, mal nach oben in den Himmel, mal zu dem Hochhaus, vor dem sie beide standen.

( Vor dem Bürogebäude | textet Eva zu )
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Steven

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BeitragThema: Re: Vorahnung und Erwartung   So Dez 06, 2009 5:17 pm

Da stand Steven nun mit einem Mädchen vor dem Bürogebäude und wartete ab. Plötzlich begann er mit sich selbst zu reden...

„Es heißt ein jeder hat seinen persönlichen Ort, an dem er sich absolut gehalten fühlt. An dem er ganz er selbst sein kann. Ein Ort der völlig dem eigenen Sein entspricht. Für viele ist dies die Heimat, oder dort wo die Familie ist, oder die Freunde.

Mein Ort ist überall und nirgends. Es ist kein wirklicher Ort. Es ist nichts festes, aber doch da. Es ist nie ruhig, aber dennoch hat es einen festen Standort. Mein Ort ist mächtig und zugleich doch so schwach.

Mein Ort ist das Feuer.

Ich kann nicht direkt sagen, warum es dieser Ort ist. Nur umfängt mich immer, wenn ich meinen Blick den Horizont schweifen lassen kann und nur die Sonne erblicke, ein völliges Gefühl. Allumfangende Glücklichkeit. Mich packt das Verlangen hineinzuspringen, in die große Flamme dieses Etwas. Egal, ob ich am Lagerfeuer oder am Kamin bin. Ich empfinde direkt ein Gefühl der Heimat. Als bilde das Feuer nur für mich ein Haus aus Flammen.
Dieses unstete Gebilde fängt mich auf. Egal was mich vorher im Leben packte, was mich hielt, was mir Sorgen bereitete, oder was sonst hinter meinem Rücken an Problemen lauerte. Es fällt in dem Moment ab, da ich meinen Blick auf das Feuer, die Flammen und die Unendlichkeit lenken kann. Schon oft spürte ich, dass alles sich änderte, sobald ich dort war. Am Feuer.
Schon oft änderte sich alles, sobald ich meinen Blick wieder abwendete und zurück ins Leben musste. Dann war es immer, als erwache ich aus einem Schlaf. Dinge hatten sich bewegt, waren weitergelaufen, nur ich schien einen Schritt zur Seite getan zu haben. Ich hatte mich alledem entzogen. Es war nicht, dass ich wegschaute, es war nicht, dass ich gar kein Teil dieser Bewegung war. Es war so, dass ich wie auf Fernbetrieb war. Als würde alles fließen. Das Feuer zeigte mir den richtigen Weg. Unfehlbar.

Für mich ist das Feuer mehr Leben als für jeden Anderen. Das Feuer ist genau das Mehr was ich für mein Leben brauche und jeden Tag, den ich ohne es zu erblicken verbringe, merke ich, wie ich trauriger werde, immer weiter in Trübsal versinke und mit aller Gewissheit einer Sache entgegenlaufe und das ist mein Tod, ohne die Heimat gefunden zu haben.

Das Feuer, ist nicht fest, dennoch hält es mein Herz fest umfangen und das einzige was meine Gefühle langsam abträgt ist der Alltag des Lebens.“


Aufeinmal beobachtete er wie zwei Personen sich dem Bürogebäude näherten und davor stehen blieben. Sie schienen sich umzuschauen. Steven fragte sich, was die wohl vorhatten und rannte zu ihnen.
Als er vor ihnen stand benutze er seine Fähigkeit der Pyrokinese und entflammte seine rechte Hand. Dabei machte er einen ernsten Gesichtsausdruck.

„Schützer oder Radikale?“


(Vor dem Bürogebäude – bei Seth und Amara, spricht diese an)
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Seth

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BeitragThema: Re: Vorahnung und Erwartung   So Dez 06, 2009 7:08 pm

Er nahm Amaras Helm wieder entgegen und verstaute ihn zusammen mit seinem eigenem im Innenraum den Motorrads. Während Amara sich schon einmal umsah, schnappte er sich seinen Hut und drückte ihn auf die langen Haare. Dann sah er auf. Der Blick seiner dunklen Augen huschte über die Menschenmengen, während er mit einer Hand den Schlüssel aus dem Schloss der Perle zog und in die Tasche seiner Lederjacke steckte. Ob er jemanden kannte? Machte sie denn Witze? Die einzigen Menschen, die er kannte, waren die Leute aus dem Kraftwerk, die sich zu solchen Uhrzeiten ganz sicher nicht hier aufhalten würden, sowie seine Gruppe Jungs, die gleich noch viel weniger hier sein würden. Gregor vielleicht, wenn er zu den Schützern gehörte? Tat er das denn? Nicht einmal mit seinen besten Freunden, von denen er wusste, dass sie Mutanten waren, sprach Seth über die Gruppe. Beste Voraussetzungen also, um jemanden zu kennen.

„Nein Hoheit, mir ist hier kein einziges Gesicht bekannt.“

Seth öffnete den Reisverschluss seiner Jacke. Wie sollte man auch jemanden kennen, wenn man auch nur die Handynummer des „Informanten“ vor Ewigkeiten einmal bekommen hatte, falls es Probleme geben sollte. Ansonsten... nichts. Als müsste die Gruppe Angst vor sich selbst haben. War es denn wirklich so schlimm, wenn man sich gegenseitig kennen würde? Selbst das Argument, dass ein Radikaler sich unterschleichen könnte, war nicht überzeugend. Wenn ein Radikaler sich unter die Schützer drängen würde, dann würde er auch so Spionieren bekommen, hätte wie auch Seth eine SMS bekommen. Hätte gewusst, dass die Schützer was wussten. Was genau sollte dieses verstecken spielen denn dann?

„Patschehändchen?“

Er lachte, schnapptesich Amaras Hand und zog sie ganz dicht an sich heran.

„Aber nur, weil du es bist.“

Eine feste Umarmung, ein Kuss auf die weichen Lippen. Am liebsten wäre er wieder zu Hause in der Wohnung, müsste sich keine Sorgen wegen solchen Lapalien wie den Radikalen machen – an einem ausnahmsweise einmal freiem Wochenende! Wie schön es doch wäre, sich mal einen schönen Tag machen zu können. Vielleicht ans Meer fahren, oder in die Natur. Raus aus dieser Stadt. Aber nein, so musste man sich um Mutantenangelegenheiten kümmern. Manchmal wünschte er sich, in keiner der beiden Gruppen zu stecken.
Der Kuss endete, Seth nahm Amara brav bei der Hand und trottete neben seinerFreundin her, durch die Menschenmassen.
Nun, jemanden finden? Wie genau stellte Amara sich das vor? Auf irgendwelche Leute zugehen, die dämlich herum standen, und hoffen, dass man sie nicht komplett verwirrte? Nun, wenn sie das machen wollte, dann sollte sie ruhig. Er würde daneben stehen, und entschuldigend grinsen. Irgendwie so was in der Art.

Aber das Gefrage wurde ihnen abgenommen, von einem Mann wohl in Seths Alter. Dieser stellte sich einfach vor ihn und seine Freundin, und entzündete seine Hand. Mutant. In Seths Körper krampfte sich etwas zusammen. Selbst wenn sie beide irgendwelche Leute angesprochen hatten, dann doch ganz gewiss nicht indem sie sie mit ihren Kräften bedrohten!
Das war eine Sache, die machte man einfach nicht. Außer man war Radikaler.
Ohne groß nach zu denken, löste er seine Hand aus Amaras, und schleuderte einen Stromstoß auf den fremden Mann, der diesen mit seiner Wucht von den Füßen reißen musste. So viel zum Thema Annonymität.
Ohne nachzusehen, was mit dem fremden noch weiter geschah, der gegen die Menschen hinter sich gestoßen und von dem starken Stomstoß in seinem Körper noch eine Weile lang gelähmt sein musste, schnappte sich Seth wieder Amaras Hand und zog sie mit sich weg.


„Lass uns von hier verschwinden“

meinte er, während er sich einen Weg durch die Menschen kämpfte.


(Vor dem Bürogebäude - taucht mit Amara unter, nachdem er Steven mit einem Stomschlag ausgeschaltet hat)
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Jill

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BeitragThema: Re: Vorahnung und Erwartung   Mo Dez 07, 2009 4:17 pm

Jill rannte durch die Straßen. Menschen überall. Gedanken in ihrem Kopf. Die Menschen. Steven Nikopol. Hatte sie sich in ihn verliebt? War er ein Mensch? War er ein Mutant, genau wie Jill? Menschen? Was waren Menschen? Menschen waren im Allgemeinen eine sehr dumme Spezies, wenn man bedachte, dass sie ihren Kindern alte Tugenden beibrachten und selbst im nächsten Atemzug dagegen verstießen. "Richtet nicht!’ sagten sie und schickten alles in die Hölle was ihnen im Wege stand.

Ein plötzlicher Knall weckte Jill aus ihren Gedanken. Was war da passiert? Haben die andern schon ohne sie begonnen? Um zu erfahren was dort los war ging sie um das Bürogebäude. Weit und breit war nichts Auffälliges zu sehen. Doch dann entdeckte sie dort einen Mann mit einer Frau als Begleitung, die wegliefen und unter den Menschen verschwanden. Gar nicht weit davon entfernt sah sie einen weiteren Mann. Dieser lag bewusstlos auf dem Boden. Jill nähere sich diesem. Steven? Ja, es war Steven. Was machte er hier? Ihre Schritte wurden schneller. Bei ihm angekommen beugte sie sich über Steven und gab ihm einen leichten Klaps auf die Wange. Nach einer Weile öffnete dieser seine Augen. Beide schauten sich in die Augen und ein Moment der Stille wurde entfacht. Ein Augenblick der Sympathie, der Freude und der Harmonie wie es schien. In Stevens Augen erkannte Jill sehr viel Wärme.

Jill fragte ihn was passiert war und dieser antwortete, dass er von einem Mutanten angegriffen wurde. Dann fragte er Jill, ob sie auch ein Mutant sei. Sie bejahte die Frage. Steven stand auf und erklärte, dass er ebenfalls ein Mutant war und entflammte seine Hand. Dann kam Jill zu Wort.

„Ich kann Wasser kontrollieren und alles gefrieren lassen.“

Sie berührte Stevens entflammte Hand und löschte durch die Kälte ihrer Hand die Flamme. Dann unterhielten sie sich weiter. In dem Gespräch fiel das Thema Radikale und Schützer an. Steven erklärte, dass er ein Schützer sei. Wenn Jill ihm nun sagte, dass sie eine Radikale sei, dann würde sicherlich ein ungewollter Kampf entfacht werden. Also gab sie sich als Schützer aus.


(Vor dem Bürogebäude - Bei Steven; belügt diesen, indem sie sich als Schützer ausgibt)
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Steven

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BeitragThema: Re: Vorahnung und Erwartung   Mo Dez 07, 2009 4:50 pm

Was war das für ein Tag? Ein missglücktes Frühstück, ein Zusammenstoß mit einer wunderschönen Frau, in die er sich möglicherweise verliebt hatte, und nun lag Steven hier vor dem Bürogebäude, weil ihn irgendein Mutant angegriffen hatte. Nach einiger Zeit kam er wieder zu sich und hörte eine Stimme. Steven öffnete langsam seine Augen.


oO So müssen Engel aussehen. Oo
Es war Jill, die über ihn kniete. Steven hatte gehofft sie wieder zu sehen. Aber schon so früh und unter diesen Umständen hätte er es nicht erwartet. Ihre Blicke hatten sich getroffen. Steven hatte das Gefühl, gerade vom Glück geküsst worden zu sein. Jill fragte ihn was passiert war und Steven antworte, dass er von einem Mutanten mit Begleitung angegriffen wurde. Daraufhin schilderte Jill, dass sie diese Mutanten wohl gerade eben gesehen, aber jedoch aus den Augen verloren hatte.

„Bist du auch ein Mutant, Jill?“

Diese bejahte die Frage. Steven richtete sich auf und entfernte den Schmutz von seiner Kleidung. Dann sah er wieder Jill an und entflammte seine Hand. Das zeigte ihr, dass er auch ein Mutant war. Daraufhin erklärte sie, dass sie Wasser kontrollieren und Dinge gefrieren konnte. Jill berührte Stevens Hand und löschte durch die Kälte ihrer Hand die Flamme. Wärme und Kälte. Ein perfektes Duo.

In weiteren Gesprächen wurde über Radikale und Schützer gesprochen. Steven erklärte, dass er ein Schützer sei. Ein unvorsichtiger Schritt. Aber Steven konnte unmöglich davon ausgehen, dass die überaus freundliche und liebenswerte Jill eine radikale Mutantin war. Diese erwähnte, dass sie auch ein Schützer sei.


(Vor dem Bürogebäude - Bei Jill)
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Darja

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BeitragThema: Re: Vorahnung und Erwartung   Mo Dez 07, 2009 11:31 pm

Darja warf einen Blick auf die Uhr. Sie saß nun schon seit einer knappen Stunde hier und nichts passierte. So wirklich gar nichts. Allmählich war sie es Leid nur gehetzte Menschen in Anzügen zu sehen, die obendrein meistens auch noch nach irgendwelchen ekelhaften Parfums rochen.
Na ja wahrscheinlich würde hier heute eh nichts mehr passieren. Sie sollte zurück zu ihrer Wohnung gehen und noch was lernen.
Sie stand auf und zupfte ihre Jacke zurecht. Vielleicht sollte sie sich mal angewöhnen auf Bänken oder so was zu sitzen anstatt sich einfach überall auf dem Boden niederzulassen. Das wäre definitiv besser für den Sauberkeitsstatus ihrer Kleidung.
Warum war sie eigentlich hier hergekommen? Was hätte sie schon groß machen sollen? Sie war ein Mutant ja, aber hatte sie irgendwelche besonderen Kräfte? Sie war nicht außergewöhnlich stark oder sonst irgendwas, das vielleicht sogar nützlich war. Nein sie wurde einfach nur unsichtbar sobald kein Sonnenlicht mehr vorhanden war. Sie seufzte leise. Nicht, dass sie es würde ändern wollen was sie war. Von Zeit zu zeit empfand sie es als sehr angenehm einfach unsichtbar durch die Welt laufen zu können, aber meistens war diese Mutation für sie doch eher eine Einschränkung. Sie konnte keine U-Bahnen benutzen, keine Aufzüge, konnte nicht nach Sonneuntergang mit anderen Menschen ausgehen und noch einige Dinge.
Darja schüttelte den Kopf. Über so was sollte sie sich keine Gedanken machen. Sie konnte es eh nicht ändern und außerdem konnte die doch ein halbwegs normales Leben führen. Also was sollte sie sich beschweren.
Sie drehte sich um und lief los.
Auf einmal hörte sie laute Rufe und vereinzelte Schreie. Ruckartig drehte sie sich, um und sah einen Mann der leicht zuckend auf der Straße lag und zwei Menschen die schnell wegliefen und sich unter die Menge der anderen Menschen mischten. Darja überlegte nicht lange und hastete den beiden hinterher. Sie konnte zwar nur die ungefähre Richtung erahnen in die diese beiden da flüchten würden, aber zumindest würden sie nicht die Straßenseite wechseln können ohne von irgendeinem Auto angefahren zu werden.
Sie hastete ohne nachzudenken, was sie da eigentlich grade tat durch die Menge und schon bald konnte sie die zwei vor sich entdecken, die grade weggerannt waren. Nach ein paar Schritten hatte sie die beiden eingeholt. Ein Mann und eine Frau. Sie packte die Frau an der Schulter und hielt sie fest.

“Hey ihr. Habt ihr möglicherweise irgendwas damit zu tun, dass dort hinten grade ein Mann zusammengebrochen ist?“

Darja versuchte einen möglichst wütenden Gesichtsausdruck aufzusetzen, denn allmählich war sie sich so gar nicht mehr sicher, dass es wirklich eine gute Idee gewesen war, diesen beiden einfach hinterher zu hasten



(irgendwo auf dieser Straße/ „redet“ mit Amara und Seth)
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Amara

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BeitragThema: Re: Vorahnung und Erwartung   Di Dez 08, 2009 8:49 pm

Wie sollte man bei dem schlechten Informationshandel der Schützer auch ein Gesicht kennen. Amara war sich fast sicher, dass die Radikalen sich kannten. Die machten bestimmt heimlich irgendwelche Treffen in alten Kellern, opferten bei Kerzenschein irgendwelche Katzen und beteten zum Teufel. Huch, nein, das waren ja die Satanisten. Vielleicht gab es ja eine Art Selbsthilfegruppe für Radikale. Jeden Mittwoch treffen wir uns in der Gemeindehalle und nach der Reihe ist jeder einmal dran mit Kuchen backen. Wieso konnten die Schützer nicht so etwas veranstalten? Sie wollte auch selbst gebackenen Kuchen, sie wollte Meetings, sie wollte neue Leute kennen lernen, anstatt immer nur mit Seth durch die Gegend zu ziehen. Okay, das stimmte nicht. Da war auch noch Amy, ihre beste Freunden, ebenfalls eine Mutantin und Schützerin. Und sie liebte Seth, das durfte nicht außer Acht gelassen werden. Aber Amy war nirgends zu sehen, so blieb ihr nur ein bekanntes Gesicht. Und ein so gutes Gesicht eigentlich.
Nach einem kurzen Kuss grinste sie glücklich, schlang die Finger um die ihres Freundes und wanderte mit ihm durch die Menschen. Gut, es war nicht gesagt, dass das alles nur Menschen waren. Die meisten Mutanten konnte man von außen gar nicht erkennen. Das war, als wollte man sagen, was für ein Mensch in einem Haus wohnt. Unmöglich. Amara und Seth konnte man auch einfach für ein bisschen freakige Menschen halten. Seth sah man seine Kräfte nicht an und ihr ebenfalls nicht. Wer würde schon vermuten, dass sie Ängste hervorrufen konnte? Sie, die kleine von nebenan?
Gerade wollte sie ihren Freund etwas fragen, drehte schon den Kopf zu ihm, da tauchte ein Kerl vor ihnen auf. Ein Kerl, der seine Hand in Flammen aufgehen ließ. Amara starrte den Typen an, konnte noch verhindern, dass ihr der Mund aufklappte. Was zum Teufel sollte das denn? Bevor sie reagieren konnte, löste sich Seth von ihr und schleuderte dem Kerl einen Stromstoß entgegen. Amara zuckte leicht zurück. Schon packte Seth sie an der Hand und zog sie weg. Über die Schulter warf sie einen Blick zu dem Kerl, sah dann Seth an. Sie war verunsichert. Sonst war ihr Baby wirklich ein Baby, harmlos, wenn man ihn nicht bedrohte. Ach, okay, gut, der Kerl hatte sie bedroht auf offener Straße. Hatte ihr Geheimnis beinahe preisgegeben. Sie wusste, einige Menschen starrten ihnen hinterher. Ein unangenehmes Gefühl. Solange man sie nicht deswegen festnahm…

Du hättest nicht so rabiat reagieren müssen. Ein Tritt in den schmerzhaften Bereich hätte es auch getan“,

murmelte sie leise und blickte zu ihrem Liebsten auf. Hui, der schien ja erstmal ein bisschen schlechte Laune zu haben. Irgendwie war das ja verständlich. Sie verzog das Gesicht und strich mit dem Daumen zärtlich über Seths Hand. Gut gemacht mein Großer, dachte sie und lächelte beinahe in sich hinein. Jetzt noch von hier verschwinden, ehe sie jemand darauf ansprach und dann warten. Worauf war ja immer noch nicht klar. Ein großes Bumm? Einen Zuckerwatteverkäufer?
Sie rollte mit den Augen. Dann zuckte sie unwillkürlich zusammen, als sich mit einem Mal eine Hand an ihren Arm legte. Ein Quieken erklang und Amara wirbelte zu dem Mädchen herum. War das die Freundin des Kerls? Eine Radikale, so wie der Freak, der sie bedroht hatte? Amara streckte den Arm aus und presste kurz ihre Fingerspitzen auf die Stirn der anderen, ließ eine Flut von Bildern und Ängsten in das Mädchen hineinströmen. Gerade so viel, um ihr Angst zu machen, nicht, um ihren Geist zu brechen oder sich bepinkeln zu lassen. Dann zog sie die Hand zurück, schneller atmend, beinahe keuchend. Ihre Kräfte erschöpften sie, auch, wenn sie sie nur ganz kurz einsetzte wie jetzt.

Geh und laber andere Menschen damit zu. Seth, lass uns gehen, ja? Nach Hause, ja? Komm schon, wir hauen ab, ja?

Langsam wanderte der Blick ihrer hellen Augen hoch zu Seth.


(Vor dem Gebäude auf der Straße // hat Darja ihre Ängste gezeigt und will nun mit Seth verschwinden)
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Yela

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BeitragThema: Re: Vorahnung und Erwartung   Di Dez 08, 2009 10:25 pm

Was für ein dämlicher Tag. Yela drückte ein Kaugummi zwischen ihre Zähne und formte daraus eine Blase. Unter ihr waren die ersten Menschen. Schon früh hatte sie sich auf das Gebäude gefördert, hing dort mit den Beinen um einen der ach so filmtypischen Fahnenstangen geschlungen, kopfüber. Unauffällig. Wer achtete schon auf die Fahnenstangen in den obersten Stockwerken? Eigentlich hätte sie gar nicht so früh hier sein müssen. Aber nein, die Nacht hatte ja mal komplett scheiße laufen müssen. Sie verzog ihr Gesicht.
Irgendwann machte die beste Party keinen Spaß mehr, an Schlaf hatte sie kaum denken können, deswegen hatte sie beschlossen ein bisschen zu beobachten. Ein paar bekannte Köpfe meinte sie dort unten gesehen zu haben in der Zwischenzeit. Im Gewühl. Das Mädchen streckte sich, zog den Oberkörper wieder an die Stange heran, ließ mit den Füßen los, streckte und bewegte diese ebenfalls, um ein bisschen Gefühl zurück zu gewinnen. Und dann ließ sie los.

Es ist schwer das Geräusch zu beschreiben, das ertönte, wenn sie verschwand. Es entsteht einfach durch die Tatsache, dass dort, wo sie in der einen Sekunde noch war, plötzlich nichts mehr ist, und dieses Nichts mehr schlagartig mit Luft gefüllt wird. Man könnte es als einen Knall bezeichnen. Weder laut noch leise. Irgendwas dazwischen. Und eine Art...Lichtblitz, ein paar Wölkchen, um das ganze noch mysteriöses zu geben. Wölkchen, die sich schnell verzogen. Aber das Mädchen war verschwunden.
Ein zweiter Knall, einige Sekunden später, an einem anderem Ort. Kalte Fließen, helle Halogenlampen. Yela schüttelte das braunblonde Haar neckisch aus und fuchtelte mit einer Hand das letzte Wölkchen weg. Ja, hier war es doch schon angenehmen, wärmer. Und Momentan leer. Gut so, das würde so bleiben.

Einige Tage zuvor hatte sie an einer Hausbesichtigung teilgenommen. Eigentlich nur die ersten paar Stockwerke, aber das war ja langweilig. Yela wäre nicht Yela, wenn sie nicht noch den Rest auf eigene Faust erkundet hätte. Und dabei dieses Männerbad ausfindig gemacht. Nachher sollte sie Rage in das Gebäude befördern. Ohne große Zwischenstops. Das war ermüdend und gefährlich. Sie konnte es sich nicht leisten an einem überbevölkertem Ort aufzutauchen. Weitwegteleportation mit Gepäck.
Nachdenklich betrachtete das Mädchen sich selbst in dem blitzblank poliertem Spiegel, band sich die Haare zu einem Pferdeschwanz zurück, und sah sich in dem Raum um. Hier durfte nachher niemand sein. Absolut niemand. Und wie sorgte man dafür? Man blockierte die Tür.
Mit eleganten Schritten trat die Frau an eine der Wände heran und riss eines der Rohre aus der Wand. Hm, das war zu leicht gegangen. Prüfend wog sie es in der Hand. Würde man denn damit eine ....
Die Tür fiel ins Schloss. Blitzartig wirbelte Yela herum. Ein Mann stand am Waschbecken, dort wo sie sich eben noch betrachtet hatte und starrte sie ungläubig an. Ohne nach zu denken ging sie die paar Schritte zu ihm hin. Er öffnete den Mund, wollte gerade etwas sagen, da schepperte das Rohr über seinem Kopf. Geräuschlos sank er auf dem Boden zusammen.

„Knock und out.“, murmelte Yela, die sich das Rohr über die Schulter gelegt hatte und mit dem Fuß vorsichtig gegen den reglosen Körper stieß. „Nunja, dann hast du nachher nicht mehr dieselben Probleme wie die anderen hier.“ Sie betrachtete das Rohr, dass nun verbogen war, wo das Metall gegen den Kopf geschmettert war. „Billigware!“

Sie fauchte, und machte sich daran mit dem Rohr die Tür notdürftig zu versperren. Eher schlcht als recht. Sie verzog das Gesicht, ging zurück zu dem Kerl, der inzwischen eine rote Pfütze auf dem Boden hinterlassen hatte und durchsuchte seine Taschen. Schlüssel! Na bitte. Nur passen wollte keiner an dem Schlüsselbund so richtig. Gerade wollte sie aufgeben – war sowieso nur noch einer übrig – da klackte das Schloss. Na bitte.
Grinsend wandte sich die junge Frau von der Tür ab, ließ den Bund hängen und warf einen Blick auf ihre Armbanduhr. Hm, sie lag gut in der Zeit. In ein paar Minuten sollte sie bei Rage sein. Das war hin zu bekommen. Der reglose Körper wurde in eine der Toilettenkabinen geschleift und dort – gesichert durch ein zweites Rohr – eingesperrt. Man konnte ja nie wissen.
Es knallte, als Yela das vorbereitete Bad verließ.

Die Hochhäuser flogen nur so unter ihr vorbei. Einen Moment sah sie es, im nächsten war sie weg, woanders. Kräfte sparen. Gleich eine Große Teleportation. Ein letzter Knall, und sie stand in ihrem eigenem Zimmer. Sogar noch etwas vor ihrer Zeit. Mit beschwingten Schritten ging sie zu ihrem Schrank und zog sich um.
Die Partyklamotten vom Vortag ausgezogen, bequeme Jeans, Schuhe, ein weites Shirt, ein Kapuzenpulli um die Hüften gebunden. Und dann mal eben das restliche Make Up aus dem Gesicht entfernen, mit flinken Fingern einfach ein bisschen Kajal um die Augen schmieren, Wimperntusche. Creme auf die Lippen. Tadaaa! Sie sah klasse aus.

Der nächste Schritt war sich Rage zu schnappen, die bereits aus sie wartete, und einen Moment lang fest in den Arm zu nehmen. Und auch nach dem kurzem Drücken weiterhin in den Armen behalten. Augen schließen. Konzentrieren.
Puff!
Yela ließ die Freundin los, taumelte gegen eine Wand, rutschte zu Boden. Ihr Blickfeld verschwand für einen Augenblick. Als sie die Augen wieder öffnete, brauchte sie eine Weile um den richtigen Fokus hin zu bekommen. Waren sie beide richtig angekommen? Alle Körperteile noch dran? Das richtige Bad erwischt? Anscheinend schien alles zu stimmen. Selbst der Blutfleck auf dem Boden war noch da.
Yela richtete sich auf und zwang ihre Füße dazu, sie zu tragen.

„Durch die Tür da kommst du raus. Musst nur den Schlüssel umdrehen, und das Rohr entfernen, dann müsste sie aufgehen. Aber pass auf, dass dich noch niemand sieht, in Ordnung? Und gib frühzeitig Bescheid, wenn ich dich raus holen soll, in Ordnung? Pass auf dich auf!“

Sie nahm die Freundin noch einmal in die Arme.

„Ich bleib in der Nähe und sehe mir das ganze an.“


Wieder ein Knall. Sie war weg. Hockte auf einem der anderen Hochhäuser, machte es sich dort bequem und würde die Show genießen. Stets bereits Rage wieder aus dem Gebäude zu holen.


.•●(Auf einem benachtbartem Hochhaus - hat Rage eben reingebracht und wartet auf den nächsten Einsatz)
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